Slaughter, Karin // Dreh dich nicht um

Taschenbuch: 461 Seiten
Herausgeber: Rowohlt Verlag (02. Mai 2006)
Sprache: Deutsch
Originaltitel: A Faint Cold Fear
Aus dem Englischen von: Sophie Zeitz

Klappentext:

Einer geht um. Einer wählt aus. Einer muss raus. Für immer.

Es ist schon der dritte Tote in einer Woche. Am Grant Collge haben die Studenten offenbar ein makabres neues Hobby: Sterben. Aber Chief Jeffrey Tolliver und die Gerichtsmedizinerin Sara Linton werden den Verdacht nicht los, dass mit diesen Selbstmorden etwas nicht stimmt.

Meine Meinung:

Sara Linton wird zu einem Einsatz beordert. Ein Student ist von einer Brücke gesprungen und nun tot.
Da sie mit ihrer hochschwangeren Schwester, Tessa, unterwegs ist, nimmt sie diese mit.
Während Sara den Leichnam untersucht, ist Tessa angehalten, im Auto zu warten. Doch – hochschwanger, wie sie nunmal ist – drückt bald die Blase und sie sucht sich ein ruhiges Eckchen im nahegelegenen Wald, wo sie überfallen und niedergestochen wird.

Erst das Attentat auf Tessa, lässt Sara und Jeffrey den Selbstmord des jungen Mannes genauer betrachten. War es denn wirklich Selbstmord oder können der tote Student und das Attentat auf Tessa womöglich zusammenhängen?

Kurze Zeit später sterben weitere Studenten. Das Motiv scheint rassistischer Natur zu sein und überall tauchen Indizien auf, die auf Lena hinweisen, ehemalige Polizistin unter Jeffrey und Opfer eines zurückliegenden Gewaltverbrechens. Kann es sein, dass Lena ihren neuen Freund, Ethan Green, einen bekannten Rassisten, deckt?

Insbesondere das Zwischenmenschliche rückt in der Grant-County-Reihe für mich immer weiter in den Fokus. Ja, der Fall um die toten Studenten war interessant, aber mich fesselte viel mehr der Handlungsstrang um Lena. Man erfährt, wie sehr ihre Psyche unter der einstigen Vergewaltigung und Folter gelitten hat. Die ohnehin schon schwierige Lena, behindert mit ihrem Alkoholkonsum und dem ausgeprägten Sturkopf in diesem Band direkt die Ermittlungen. Sie scheint in einer Abwärtsspirale gefangen zu sein, aus der sie sich nicht selbst befreien kann.

Es ist erstaunlich, wie Slaughter die Hintergründe ihrer Protagonisten mit den Geschichten verwebt, wie sie interessante Fälle schafft, ohne das Zwischenmenschliche zu vernachlässigen.
Allerdings muss ich gestehen, dass der Angriff auf Tessa zu Beginn mich ziemlich nervte – denn in Slaughters Grant-County-Serie scheint jeder Charakter irgendeine Form von Traumata durchleben zu müssen: Vergewaltigung, häusliche Gewalt, jetzt der Messerangriff auf Tessa… Das war mir in diesem Band einfach ein wenig zu viel. Vor allem, da ich denke, dass das Buch auch ohne den Angriff auf Tessa ausgekommen wäre.

Abgesehen davon ist dieser dritte Band der Reihe genauso solide wie die Vorgänger, mit bildgewaltigen, sehr blutigen und ekligen Details – und damit wirklich nichts für zart Besaitete!
4 Sterne!

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