Collins, Suzanne // Die Tribute von Panem X: Das Lied von Vogel und Schlange

Format: Hörbuch
Spieldauer: 16:34 h
Sprecher: Uve Teschner
Verlag: Oetinger Media (19. Mai 2020)
Seitenzahl der gebundenen Ausgabe: 608 Seiten
Sprache: Deutsch
Originaltitel: The Ballad of Songbirds and Snakes
Aus dem Englischen von: Peter Klöss und Sylke Hachmeister

 

Klappentext:

Ehrgeiz treibt ihn an.
Rivalität beflügelt ihn.
Aber Macht hat ihren Preis.
Es ist der Morgen der Ernte der zehnten Hungerspiele. Im Kapitol macht sich der 18-jährige Coriolanus Snow bereit, als Mentor bei den Hungerspielen zu Ruhm und Ehre zu gelangen. Die einst mächtige Familie Snow durchlebt schwere Zeiten und ihr Schicksal hängt davon ab, ob es Coriolanus gelingt, seine Konkurrenten zu übertrumpfen und auszustechen und Mentor des siegreichen Tributs zu werden.

 

Kurze Inhaltsangabe:

Bei Panem X handelt es sich um einen Prequel zu der beliebten Trilogie „Die Tribute von Panem“.
Der 18-Jährige Coriolanus muss lernen, sich im Kapitol durchzusetzen. Auf der Suche nach Macht, Ruhm und Ehre wird er Mentor der 10. Hungerspiele, die zu dem Zeitpunkt noch in den Babyschuhen stecken.
Die Geschichte erzählt von der Entwicklung der Hungerspiele, wie man sie aus TvP kennt.

Coriolanus wird Mentor von Lucy Gray, dem weiblichen Tribut aus Distrikt 12.
Sie ist anders als die anderen Tribute – ein Mädchen aus einer Künstlerfamilie, das es versteht, sich in Szene zu setzen.
Schnell verfallen ihr die Bewohner des Kapitols und auch Coriolanus bleibt nicht immun gegen ihre Reize.
Ist er bereit das Leben in seinem geliebten Kapitol aufzugeben, um sich für seinen Tribut stark zu machen? Kann er sie retten – und falls ja, wird er es tun?

 

Meine Meinung:

Meistens bin ich von solchen nachträglich erscheinenden Bänden enttäuscht, weil sie reine Wiederholungen sind oder sich anfühlen wie lieblos publizierte Profitgenerierer.
Panem X hingegen war eine wahre Bereicherung.

Die Geschichte um Coriolanus Snow zeigt uns die Anfänge der Hungerspiele und seinen Beitrag daran.
Aus der eigentlichen Trilogie wissen wir, dass er nicht gerade ein Sympathieträger ist. Daher werden einige von euch das Buch nicht mögen.

Der Protagonist ist niemand, mit dem man gerne mitfiebert oder sich identifiziert. Er ist einerseits feige, auf der anderen Seite skrupellos.
Feige, weil er sich einem Leben ohne Saus und Braus nicht gewachsen fühlt.
Skrupellos, weil er sich an dem, was er kennt, mit allen Mitteln und zu jedem Preis festzuhalten versucht.
Er ist egoistisch, dabei intelligent, manipulativ und intrigant.

Und trotzdem konnte seine Geschichte mich in ihren Bann reißen. Denn obwohl er unsympathisch ist, empfindet man -insbesondere zu Beginn- ein klein wenig Mitleid für ihn. Er ist ein ausgeklügelter Charakter, der in seinem Verhalten sehr authentisch ist. Und Collins beschreibt seine Entwicklung von einem unschuldigen Jungen zu dem Ekel, den wir aus der Trilogie kennen, absolut gekonnt.

Die Geschichte selbst war ähnlich aufgebaut wie die Trilogie: Man begleitet den Überlebenskampf der Tribute vor der Arena, in der Arena und nach der Arena – aber aus Sicht eines Mentors. Ich musste unweigerlich an Haymitch denken und konnte plötzlich noch viel besser nachvollziehen, warum er dem Alkohol verfallen ist.
Außerdem wird viel zu den gesellschaftlichen Strukturen in der Nachkriegszeit Panems und des Kapitols erläutert und Sachverhalte aufgeklärt, die in der eigentlichen Trilogie nur angerissen wurden. Zum Beispiel kommt die Frage der Moral auf: Wie können Menschen dabei zusehen, wie Kinder sich in einer Arena umbringen? Warum tut keiner etwas dagegen? Warum unterstützt das Kapitol so etwas? Und das alles aus Täter-Sicht und in dem Wissen, dass die Hungerspiele in diesem Band nicht unterbunden werden.
Es war überraschend und passend, Referenzen zu Thomas Hobbes‘ „Leviathan“ zu finden. Die Charaktere in Machtpositionen rechtfertigen die Hungerspiele als Mittel, um die Gesetzgebung und -durchsetzung im Land zu demonstrieren und Panem so vor Anarchie und Chaos zu schützen.
Man erfährt außerdem einiges zu den Anfängen der Mutationen. Die Schnatter- und die Spotttölpel spielen eine besondere Rolle, wie der Name des Buches bereits vermuten lässt.
Auch das uns bereits bekannte Lied vom Hänkersbaum wird toll in die Geschichte integriert, sodass ich beim Lesen ständig Ohrwürmer hatte:

„Are you, are you coming to the tree
They strung up a man they say who murdered three
Strange things did happen here, no stranger would it be
If we met at midnight in the hanging tree“

(Gern geschehen)

 

Einzig die Zeit nach der Arena hat sich für meinen Geschmack etwas zu sehr gezogen. Während ich die ersten 12 Stunden des Hörbuchs mehr oder weniger in einem Rutsch weghörte, brauchte ich für die letzten 4 doch einige Tage.

Deshalb gebe ich Panem X 4 von 5 Sternen und empfehle es allen Panem-Fans!

Ein Gedanke zu “Collins, Suzanne // Die Tribute von Panem X: Das Lied von Vogel und Schlange

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s