Die Tempel von Angkor Wat: Der kleine Rundgang

Nachdem wir am Vortag den großen Rundgang mit einem TukTuk befahren haben, brechen wir am zweiten Morgen sehr früh mit unseren gemieteten Fahrrädern auf. Wir müssen sie zwar erst abends um 21Uhr abgeben (je $2/24 Stunden), aber wir hoffen so früh morgens mit mehr oder weniger leeren Tempeln belohnt zu werden. Direkt nach Sonnenaufgang brechen wir auf: 6km bis zu den Toren Angkor Wats. An der Gabelung halten wir uns rechts und fahren weitere 6km bis zu dem Tempel Srah Srang. Ich sende stumme Stoßgebete zum Himmel… Der Verkehr macht mich ganz wahnsinnig. Einmal ertönt ein Hupen so dicht hinter mir, dass ich kurzerhand in den Graben fahre… Ups. 🙂

DSC01016Irgendwann ist die Fahrt aber überstanden und wir begutachten die Tempel Srah Srang und Bantei Kdei, die nahtlos ineinander übergehen. Charakteristisch für Bantei Kdei ist die chaotische Bauweise. Gänge und Räume reihen sich scheinbar wahllos aneinander. Wir erkunden jede Ecke und fühlen uns in eine andere Zeit versetzt. Eine Zeit, in der der Tempel DSC01058noch als königlicher Beichtstuhl oder, etwas später, als Krankenhaus diente.

DSC01041Auf dem Rückweg fangen uns zwei kleine Mädchen ab und wollen uns allerlei Dinge verkaufen: Magneten für den Kühlschrank, kleine Nachbildungen von Tempeln, Postkarten… „10 for one dollar! Look: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10 – all for one dollar!“ Bald verstehen sie, dass wir nichts kaufen wollen und fragen uns nach Keksen, Süßigkeiten oder Papier. Papier, um Tagebuch oder den Freundinnen Briefe zu schreiben. Ich nehme mir fest vor, meinen Rucksack gleich nachmittags mit allem auszustatten. Die beiden tun mir sehr Leid, aber ich bin ehrlich froh, schnell wegzukommen. Es ist unangenehm ihnen so gar nichts da lassen zu können.

 

Die Fahrt geht weiter – der Straße folgen wir um eine Linkskurve, dann biegen wir einmal rechts ab. Ta Prohm, Drehort des Films Tomb Raider – aus gutem Grund.
Der Tempel Ta Prohm wird auch der „Dschungel-Tempel“ genannt, da er der Natur überlassen und nicht von Archäologen freigelegt wurde. So können Besucher nur einige wenige Wege beschreiten. Ta Phrom zählt mit zu den größten Tempeln von Angkor und ich schätze, dass Touristen schon bald mehr von ihm sehen werden. Während unseres kurzen Besuchs wird fleißig restauriert und freigelegt. Die Bauarbeiten sind gar nicht weiter störend, denn es gibt trotzdem viel zu bestaunen:

 

Die Natur ist ohnehin überwältigend. Aber als die Sonne durch die Bäume auf diese uralten Ruinen fällt, erleben wir einen wahrhaft magischen Moment. Links im Bild hält Tristan kurz inne, die Augen geschlossen, und genießt die Sonnenstrahlen bevor wir weiterfahren zum Angkor Thom Komplex.

Die Tempel und Terrassen des Angkor Thom Komplexes sind atemberaubend! Nicht umsonst nennt man ihn auch „die große Hauptstadt“.

 

 

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Das Siegestor

Insgesamt gibt es fünf Stadttore. Vier sollen die Himmelsrichtungen symbolisieren und befinden sich jeweils in der Mitte zwischen den Eckpunkten der Mauer. Die Straßen, die durch sie hindurchführen schneiden sich genau im Zentrum von Angkor Thom, wo der Bayon steht. Das fünfte Tor, das Siegestor, liegt an der Ostseite, auf Höhe der Elefantenterrasse. (Neuhauser, S. 159)

 

Eine der schönsten Erinnerungen soll die Begegnung mit Einheimischen in der kleinen Tep Pranam Pagode bleiben:

Ich bete mit ihnen und sie segnen mich. Dazu legen sie mir ein geflochtenes Band an und berühren meine Hände. Später mache ich einige Fotos von den Kindern, die liebend gerne vor meiner Kamera posen und sehe ihnen beim Murmeln spielen zu.

Steinlöwen bewachen den gegenüberliegenden Eingang zu Angkor Thom, aber offenbar sind sie keine guten Wächter, denn kaum bin ich über die Schwelle getreten, begegne ich einer giftgrünen Schlange. Sie erschreckt sich vermutlich genauso wie ich, denn wir rennen, bzw. schlängeln, uns in entgegengesetzte Richtungen davon. Kaum erwähnenswert, dass ich für heute erst einmal genug habe von Neuem, Exotischem… Und möglicherweise Giftigem…

Viel lieber bestaune ich den definitiv ungiftigen Affen, den wir auf dem Rückweg am Straßenrand treffen.

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Auf dem Weg zurück in die Stadt treffen wir dieses hungrige Kerlchen und reichen ihm gleich eine übriggebliebene Banane. Welch schöner Abschluss.

Nach dieser märchenhaften 17km langen Rundfahrt müssen wir die Räder schweren Herzens wieder abgeben. Das Erlebnis auf dem Fahrrad war viel intensiver als die Rundfahrt mit dem TukTuk tags zuvor.
Zwei kleine Tipps: Merkt euch sehr gut, wo genau ihr sie geliehen habt. Die Stadt sieht bei Nacht anders aus als bei Tag! Und all denjenigen, die so ihre Problemchen mit der lieben Sonne haben, empfehle ich für Ausflüge zu Fuß oder mit dem Rad einen richtigen Sonnenhut, statt einer einfachen Kappe, wie ich sie auf habe. Sonnenbrand bleibt mir zwar erspart, aber da ich die Sonne auf dem kompletten Rückweg im ungeschützten Nacken habe, darf ich mich anschließend mit einem Sonnenstich und der einhergehenden Übelkeit herumplagen.

Gott sei Dank ist diese am nächsten Tag wieder verflogen, denn wir haben wieder große Pläne! Doch diese Erlebnisse kommen mit dem nächsten Blogeintrag…

Ich freue mich, von euch zu hören – als bald, li hai!

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