Rezension: Das Paket

von Sebastian Fitzek
Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
Verlag: Droemer HC (26. Oktober 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3426199206
Zu erwerben: HIER

Klappentext:

Vorsicht! Öffnen auf eigene Gefahr
Ihr Postbote bittet Sie, ein Paket für einen Nachbarn anzunehmen. Einen Nachbarn, dessen Namen Sie noch nie gehört haben. Obwohl Sie schon seit Jahren in Ihrer kleinen Straße wohnen.
„Was kann schon passieren?“, denken Sie sich.
Und lassen damit den Alptraum [sic] in Ihr Haus…

Sebastian Fitzek steht für Nervenkitzel der feinsten Art. ~Hörzu

 

22780455_10212344315580728_2129860292382291068_nInhaltsangabe:

Emma ist Psychiaterin und hält einen Vortrag auf einem Kongress. Noch in der selben Nacht wird sie auf ihrem Hotelzimmer von dem „Friseur“ heimgesucht, der ihr die Haare schert und sie vergewaltigt. Im Gegensatz zu all seinen anderen Opfern, lässt er sie am Leben. Als die Polizei ihrer Aussage nachgeht, stellt sich aber heraus, dass es keinerlei Spuren gibt. Zudem scheint das besagte Hotelzimmer überhaupt nicht zu existieren. Bald beginnt auch Emma, an sich selbst zu zweifeln. Bildet sie sich das alles vielleicht doch nur ein?

Die Erlebnisse in jener Nacht lassen sie als labile Frau zurück, die regelmäßig von ihrer Paranoia heimgesucht wird und nicht einmal mehr das Haus verlässt.
Der kleinste Anlass genügt, sie vollends aus der Bahn zu werfen. Genau das geschieht, als sie für einen ihr unbekannten Nachbarn ein Paket annimmt.

 

Meine Meinung:

Fitzeks Schreibstil ist wie immer gut und flüssig. Leider bin ich nach Passagier 23 und Noah aber doch maßlos enttäuscht. Ein wenig mag es dem irreführenden Klappentext geschuldet sein, der mich ganz anderes erwarten ließ. Aber eins nach dem anderen.

Die Geschichte ist gänzlich aus Emmas Sicht erzählt, einer von schlimmen Schicksalsschlägen geprägten, paranoiden Frau. Mit ihr schafft Fitzek einen Protagonisten, dem ich sehr unentschlossen gegenüberstehe. Zum Einen nervte sie mich beim Lesen sehr. Mehr als nur ein paar Mal dachte ich, „bitte, reiß dich endlich zusammen!“. So fiel es mir sehr schwer, mich mit ihr zu identifizieren und mit ihr mitzufiebern. Am liebsten hätte ich sie am Kragen gepackt und mal ordentlich durchgeschüttelt…
Auf der anderen Seite, kann ich mir vorstellen, dass paranoiden Menschen tatsächlich häufig mit genau dieser Haltung begegnet wird. „Ist doch alles gar nicht schlimm“, „was soll denn passieren?“, „stell dich doch nicht so an“ – Paranoia ist zuletzt eine Krankheit, die von gesunden Menschen vielleicht nicht nachvollzogen werden kann. Auf gewisse Weise ist der Charakter also authentisch.

Die Geschichte selbst ist nicht unbedingt fesselnd, aber wirklich nicht zu durchschauen. Eine hanebüchene Wendung nach der anderen erweckte zunächst den Eindruck, als seien Fitzek die Ideen ausgegangen und er sei zunehmend verzweifelt. Später erkannte ich, dass gerade die unglaubwürdigen Vorkommnisse die Geschichte um die kranke Protagonistin authentisch machen. Schließlich ist das Buch komplett aus ihrer Sicht erzählt, der der Leser nicht immer trauen darf.

Obwohl ich im Nachhinein noch einige wenige Gedanken in das Buch gesteckt habe (der Meister des Thrills kann doch nicht absoluten Mist verzapfen?!) und mittlerweile ein wenig besser über das Buch, und insbesondere dessen Ausarbeitung, denke, reicht es immer noch nicht an die anderen Fitzeks ran. Ich war froh, als ich die gerade einmal 326 Seiten Text gelesen hatte und mich neuem zuwenden konnte.

 

Fazit:

Die Geschichte war nicht komplett grauenhaft, die Story ab und an leider doch etwas abstrus (wie konnte die Sache mit „Arthur“ z.B. niemandem auffallen??). Vielleicht können sich Menschen, die tatsächlich an Paranoia leiden, besser mit Emma identifizieren ohne von ihrem ständigen Gejammer genervt zu sein. Denen würde ich das Buch allerdings schwer abraten!

Ich langer Überlegung vergebe ich 2 von 5 Sternen.
Preis/leistungstechnisch leider nicht zu empfehlen. Aber wenigstens macht das Cover was her…

Ein Gedanke zu “Rezension: Das Paket

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