Paper Princess: Die Versuchung

Band 1 des Royal-Dramas von Erin Watt
(Pseudonym zweier amerikanischer Bestsellerautorinnen, „die ihre Begeisterung für großartige Bücher und ihre Schreibsucht verbindet“ – Piper.de)

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Broschiert: 384 Seiten
Verlag: Piper Paperback; 2. Auflage (1. März 2017)
Sprache: Deutsch
Originaltitel: Paper Princess
Aus dem Englischen von: Lene Kubis
ISBN: 978-3492060714

 

 

Klappentext:

DIESE ROYALS WERDEN DICH RUINIEREN …
Seit dem Tod ihrer Mutter schlägt sich Ella Harper alleine durch. Tagsüber sitzt sie in der Schule, nachts arbeitet sie in einer Bar. Dann steht plötzlich der Multimillionär Callum Royal vor ihr. Er behauptet, ihr Vormund zu sein – und nimmt Ella kurzerhand mit in seine Villa. Aus ihrem ärmlichen Leben kommt Ella in eine Welt voller Luxus. Doch bald merkt sie, dass mit dieser Familie etwas nicht stimmt. Callums fünf Söhne begegnen ihr mit Feindseligkeit. Besonders einer von ihnen macht Ella das Leben schwer. Und trotzdem knistert es gewaltig zwischen ihnen …
Ob aus Hass noch Liebe werden kann?

 

Meine Meinung:

Zu allererst: Ist das Cover nicht der absolute Hammer?? Zugegeben, ich habe das Buch nur wegen des Covers gekauft. Der Klappentext hat mich nicht direkt überzeugt, weil er sich für mich zu sehr nach „Groschenroman“ anhörte. Und damit lag ich auch nicht ganz falsch: Das arme, einsame, wunderschöne Mädchen kommt durch einen Schicksalsschlag in eine wohlhabende, absolut umwerfend aussehende Familie voller Männer, die allesamt vergöttert werden. Cinderella? Nein, Ella! Ist das Zufall? Wer weiß… Die böse Stiefmutter gibts auf jeden Fall gleich gratis dazu.

Nun aber von Anfang an, nicht dass ihr denkt, ich hätte gar kein gutes Haar an dem Buch auszulassen!
Der Schreibstil der Autorinnen ist wunderbar flüssig und fesselnd. Ich habe sehr schnell in die Geschichte hineingefunden und obwohl sowohl Ella als auch Reed sich anfangs oft unüberlegt verhalten und die Motivation hinter ihrem Handeln gelegentlich unrealistisch und sehr oft naiv ist, kann man sich doch gut mit ihnen identifizieren. Mir ist das Buch etwas zu oberflächlich, die Charaktere ein wenig zu flach. Zugegebenermaßen sind sie noch jünger als ich jetzt und in dem Alter sind das Image, die Beliebtheit und die Unsicherheit ob er/sie einen mag wirklich die größten Sorgen. Allerdings haben unsere Hauptcharaktere schon einiges durchlebt und sollten etwas reifer sein.

Ella ist zumindest sehr lebendig und steht für sich selbst und ihre Interessen ein – muss sie wohl auch gegenüber 5 unerwünschten neuen „Brüdern“, die ihr das Leben zur Hölle machen wollen. Da wir sie auf ihrer Reise von erschreckender Armut in unerwarteten Luxus begleiten, scheint sie immer etwas menschlicher als die restlichen Charaktere.

Die Brüder scheinen zunächst alle bloß vulgäre Schmarotzer zu sein, die lediglich mit ihrem besten Stück denken. Bei ihnen scheint sich alles nur um das Eine zu drehen und warum genau alle Angst vor ihnen haben, war mir lange ein Rätsel. Ja, sie schlagen gerne direkt zu, aber wenn man mal einige Folgen von Gossip Girl gesehen hat, weiß man, das physischer Schmerz bei weitem nicht so schlimm ist wie Geheimnisse, die es zu vertuschen gilt. Warum fange ich jetzt mit Gossip Girl an? Weil mich das Buch durch und durch an die Serie erinnerte. Begonnen bei den schicken Autos, den adretten Kleidchen und den intriganten Ludern bis hin zu den meist unverschämten Männern, die von den Machtspielchen ihrer Frauen und Kinder keine Ahnung zu haben scheinen. Callum Royal in der Rolle des Bart Bass, Reed Royal alias Chuck Bass, während Ella mehr die Jenny Humphrey gibt und von Jordan Carrington, also Blair Waldorf, gemobbt wird… Herrlich.

Obwohl Bad Boys mich in Büchern meist mehr interessieren als ihre lieben Gegenspieler, konnte Reed mich nicht für sich begeistern. Die Autoren behaupten zwar, dass er ein Bad Boy ist, aber sobald Ella auf der Bildfläche erscheint, legt er eine 180°-Wende ein. Der Leser lernt ihn eigentlich nur als sehr verletzbaren, treuen Jungen kennen, der dringend etwas Zuneigung benötigt.

Easton ähnelt ihm in dieser Hinsicht sehr, aber Easton ist ironischerweise etwas tiefgründiger. Er trifft dumme Entscheidungen, die wegen seiner schweren Kindheit aber nachvollziehbar sind, und ist gleichzeitig ein Sonnenschein, dem man nicht wirklich böse sein kann. Sobald die Autoren ihn in die Geschichte miteinbeziehen, geht mir das Herz auf, weil einfach mehr in ihm zu stecken scheint, als man anfangs erwartet.

Besonders im Bezug auf ihn erkennt man Ellas wahre Bedeutung für die Familie. Sie erinnert die Royals daran, was „Familie“ bedeutet und was im Leben wirklich zählt.

Die erotischen Szenen wirken leider etwas gezwungen und unnatürlich – wie kann man denn dauerscharf auf jemanden sein bei allem, was da sonst noch abgeht? Ist die ständige Warnung, diese Royals würden Ella noch ruinieren, etwa auf Ellas Sexleben bezogen? Sonst wüsste ich nämlich nicht, was so furchtbar schrecklich an ihnen sein sollte. Jede Familie hat doch so ihre eigenen Problemchen, mit denen sie sich herumschlagen muss…

 

Die CinderELLA-Story ist eigentlich ein schöner Ausgangspunkt, aus dem in diesem ersten Band einfach nicht genug gemacht wird. Die Geschichte hat aber Potenzial für mehr Tiefgang und deshalb vergebe ich 3 von 5 Sternen und werde auch den zweiten Teil lesen.

 

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Über Lisa

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2 Antworten zu Paper Princess: Die Versuchung

  1. angeltearz schreibt:

    Hey,

    danke für die Rezension. 🙂
    Band 1 liegt immer noch auf meinem SuB. Ich muss das echt mal davon befreien und endlich lesen.

    Hab einen tollen Abend.

    Ganz lieben Gruß
    Steffi von angeltearz liest

    Gefällt 1 Person

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