Vom Horror des deutschen Nationalsozialismus – ein Besuch im KZ Dachau

Hallo zusammen,

wie versprochen, kommt ein zweiter Teil zu unserem kleinen Ausflug in Deutschlands Historie. Mit meiner amerikanischen Freundin, Tara, war ich zunächst in Füssen, um Schloss Neuschwanstein zu besichtigen. Typisch Touris eben… Aber es hat sich durchaus gelohnt. Wer etwas mehr dazu wissen möchte, darf gerne hier noch einmal nachlesen.

Der zweite Teil unseres Auflugs führte uns weiter nordwärts nach Dachau und in das dortige Konzentrationslager.

Das KZ Dachau wurde vom 22. März 1933 bis zu seiner Befreiung durch Soldaten der US.-Army am 29. April 1945 betrieben und war damit fast doppelt so lange in Betrieb wie die meisten späteren Konzentrationslager.

Laut Wikipedia diente das Lager zunächst der Inhaftierung von politischen Gegnern des Nationalsozialismus bevor es sich nach und nach zur Keimzelle für neue KZs entwickelte:

Heinrich Himmler, Reichsführer SS und Münchener Polizeipräsident, ließ es auf dem Gelände einer ehemaligen Munitionsfabrik errichten. Es diente – vor allem in seinen Anfangsjahren, als die NSDAP ihre Macht festigen wollte – zur Inhaftierung und zur Abschreckung politisch Andersdenkender.

Nach der erfolgreichen Zerschlagung der SA im Jahr 1934, vor der die Röhm-Putsch-Lüge verbreitet worden war, begann Himmler die Vergrößerung des KZ zu planen. 1937 begannen die Bauarbeiten für den neuen Häftlingsbereich, der an die ehemalige Munitionsfabrik anschloss. Organisation und räumlicher Aufbau waren später eine Vorlage für neue KZ im Reichsgebiet. Das NS-Regime präsentierte es propagandistisch als „Vorzeigelager“, beispielsweise mittels geschönter Fotografien.

Dachau war Ausbildungsort für SS-Wachmannschaften und SS-Führungspersonal, die nach Beginn des Zweiten Weltkriegs unter anderem in Vernichtungslagern eingesetzt wurden. Das KZ Dachau war kein Vernichtungslager; jedoch wurden in keinem anderen KZ so viele politische Morde verübt.

Nach der Reichsprogromnacht inhaftierte die SS verstärkt auch Juden und andere Verfolgte. Nach Beginn des Zweiten Weltkrieges wurden auch Menschen aus besetzten Gebieten Europas im KZ Dachau inhaftiert. Es entwickelte sich zur Keimzelle für neue KZ und nahm mehrere Sonderstellungen ein: Das Lager war der erste Ort im Deutschen Reich, an dem einem SS-Lagerkommandanten die alleinige Gerichtsbarkeit zugeteilt wurde und geltendes Recht erfolgreich außer Kraft gesetzt wurde. Die SS schuf einen „Staat im Staat“, in dem sie politische Gegner gefangen hielt, unterdrückte und ermordete.

Von den insgesamt mindestens 200.000 Dachauer Haftinsassen starben etwa 41.500. Zusätzlich deportierte die SS häufig Häftlinge in Vernichtungslager.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/KZ_Dachau

Heute befindet sich auf dem Gelände die KZ-Gedenkstätte Dachau, die kostenfrei besucht werden kann.

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Die Skulptur vor dem Museum, entworfen von Nandor Glid, zeigt skelettähnliche, verbogene Körper, die symbolisch für die vielen ausgemergelten Menschen stehen, die in Dachau verhungert oder an Krankheiten gestorben sind. Die schmalen Hände erinnern an den Maschendraht, der das KZ zäunt und die Insassen von einem Leben in Freiheit abhielt.

 

Besonders mitgenommen haben mich die persönlichen Schicksale derer, die gegen die allgemeine Ohnmacht kämpfen mussten.

Für das Museum sollte man sich ausreichend Zeit einräumen, weil es hier wirklich sehr viel zu lesen und bestaunen gibt. Die meisten können sich vermutlich nicht mehr an die Zeit erinnern und fühlen sich nicht verantwortlich für das, was unsere Vorfahren verbrochen haben, aber trotzdem sollte jeder Deutsche über diesen Teil unserer Geschichte (wie unangenehm das Ganze auch sein mag) Bescheid wissen.
Das beklemmende Gefühl und die Gänsehaut wollten erst wieder verschwinden, als ich die Tore des KZs hinter mir gelassen hatte.

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Inschrift über dem Tor des KZs

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