Rezension: Gelöscht

von Teri Terry
Band 1 der Slated-Trilogie

Taschenbuch: 432 Seiten
Verlag: Fischer KJB (19. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
Originaltitel: Slated
Aus dem Englischen von: Marion Hertle
ISBN: 978-3733500382

GelöschtKlappentext:

Kylas Gedächtnis wurde gelöscht, ihre Persönlichkeit ausradiert, ihre Erinnerungen sind für immer verloren. Kyla wurde geslated.
Aber die Stimmen aus der Vergangenheit lassen die Sechzehnjährige nicht los – ist sie wirklich für den Bombenanschlag auf unschuldige Kinder verantwortlich? Zählte sie zu einer Gruppe gefährlicher Terroristen? Kyla wird immer wieder von Flashbacks aus ihrem früheren Leben eingeholt. Gemeinsam mit Ben, einem Slater, in den sie sich verliebt, begibt sie sich auf die Suche nach der Wahrheit – doch wem kann sie überhaupt noch vertrauen?

 

Zur Autorin (dem Buch entnommen):

Teri Terry lebte in Frankreich, Kanada, Australien und England, und sie hat dabei drei Abschlüsse, eine ganze Sammlung von Reisepässen und mehr Adressen, als sie zählen kann, erworben. Ihre häufigen Umzüge hatten Teri oft in eine Beobachterrolle gezwungen. Seitdem interessiert sie sich sehr für Personen, die in eine fremde Umgebung kommen oder sich dort eingliedern müssen, wie Kyla in ihrem Debüt ›Gelöscht‹.
Teri hat vor kurzem ihre Anstellung als Bibliothekarin in Buckinghamshire aufgegeben, um sich voll und ganz auf ihre Arbeit als Autorin konzentrieren zu können. Zudem verfasst sie eine Masterarbeit über die Darstellung des Terrorismus in Romanen für Jugendliche.
Der erste Band ihrer Trilogie hat sich innerhalb kürzester Zeit zu einem Besteller entwickelt und wurde bereits in neun Sprachen übersetzt.

 

Kurze Inhaltsangabe:

Kyla lebt in einem Krankenhaus seit sie sich erinnern kann. 9 Monate sind seit dem Slating vergangen, der Operation, die ihr das Gedächtnis genommen und sie in einen neuen Menschen verwandelt hat. Nun soll sie entlassen werden und bei einer Familie leben. Ihrer Familie. Ihrer neuen Familie, mit der sie nicht verwandt ist. Es fällt ihr auf gewisse Art einfach sich zu integrieren: Sie versteht, was man ihr sagt und lernt sehr schnell dazu, viel schneller als alle anderen geslatedten Kinder. Doch immer wieder hat sie diese Träume, die vermutlich keine sind. Existieren in ihrem Unterbewusstsein tatsächlich Erinnerungen an die Zeit „davor“? Die Anschläge, die Gewalt, die Qualen, all die Tode… Ist das wirklich passiert? Ist sie vielleicht selbst dafür verantwortlich? Wer sind die Lorder und wohin verschleppen sie die Slater, die sich nicht ordentlich in die Gesellschaft einfügen? Wo sind Tori, Phoebe und Mr. Gianelli? Und warum spielt Kyla’s Levo, ein Armband, das ihren Hormonhaushalt prüft, ständig verrückt? Die Suche nach Antworten gestaltet sich schwierig, weil Kyla sich absolut sicher ist, dass niemand erfahren darf, worüber sie sich den Kopf zerbricht…

 

Meine Meinung:

Das Cover hat mich auf dem Tisch mit 1000 Mängelexemplaren direkt angesprochen. Gott sei Dank!, denn bisher hatte ich noch nichts von Terry gelesen. Ihr Schreibstil ist flüssig und spannend. Erzählt aus der Ich-Perspektive, erfährt der Leser immer nur so viel, wie auch die Protagonistin Kyla weiß.
Bereits nach Band 1 erkenne ich, dass Terry ihre Charaktere besonders raffiniert ausarbeitet. Man weiß zu keiner Zeit, wer denn nun wirklich gut oder böse ist. Will Dr. Lysander nur an Kyla herumexperimentieren und sie in ihren Gesprächen aushorchen oder ist sie vielleicht tatsächlich auf Kyla’s Seite? Ist Kyla’s neue Mum der Drache, der sie vorgibt zu sein oder steckt mehr hinter ihrem Zwang alles kontrollieren zu müssen? Ist Kyla’s neuer Dad der fürsorgliche Mann, den man zu Beginn kennenlernt oder sollte sie in seiner Gegenwart Vorsicht walten lassen?
Die Charaktere sind nicht vollständig gut oder böse: selbst Phoebe, die Slater-Hasserin, erweckt im Laufe der Geschichte Kyla’s und des Lesers Mitgefühl. Dieses Wechselspiel lässt den Leser jeden Charakter mit einer gewissen Skepsis betrachten.
Diese Skepsis hatte ich vor allem gegenüber Ben. Er schien von Anfang an sehr nett zu sein, aber auch sehr treudoof, naiv und beeinflussbar, was ziemlich gefährlich ist, wie man am Ende erkennt. Ganz warm wurde ich mit ihm nicht, vielleicht weil er zunächst keine eigene Meinung zu haben schien.

Die Handlung der Geschichte lies etwas auf sich warten. Dank des Schreibstils tat dies dem Buch nicht unbedingt Abbruch, ich hätte aufgrund des Klappentexts lediglich etwas mehr Action erwartet. Die Weichen werden in Band 1 gestellt und ich denke, dass Band 2 und 3 spannend, emotionsgeladen und wesentlich rasanter weitergehen, denn Kyla’s Neugier ist nun endlich geweckt.

 

Von mir gibt es für den Auftakt der Slater-Trilogie 4 von 5 Sternen und freue mich schon auf den zweiten Band „Zersplittert“.

 

 

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3 Antworten zu Rezension: Gelöscht

  1. Da kannst du dich wirklich schon auf Band 2 freuen 🙂 Man weiß wirklich zu keiner Zeit, wer wer ist und wer welche Ziele verfolgt. Ein ganz tolles Verwirrspiel, eine gute Story und vielschichtige Charaktere. Hach, ich würde es gerne vergessen und nochmal lesen 😉 Wünsche dir ganz viel Spaß beim Weiterlesen!
    Liebe Grüße,
    Anna

    Gefällt 1 Person

  2. Tintenelfe schreibt:

    Die Slated-Trilogie ist richtig gut, durchgehend spannend und immer wieder mit Überraschungen gespickt. Ein bisschen beneide ich dich, dass du sie noch vor dir hast. 😉

    Gefällt 1 Person

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