Rezension: Legend – Berstende Sterne

von Marie Lu
dritter Teil der Legend-Trilogie

Broschiert: 448 Seiten
Verlag: Loewe (15. Februar 2016)
Sprache: Deutsch
Originaltitel: Champion
Aus dem Englischen von: Jessika Komina und Sandra Knuffinke

Legend

Klappentext:

Wenn Liebe zur Legende wird…
Dies ist die Geschichte von Day und June. Ihr Kampf gegen Unterdrückung und Gewalt wurde zur Legende. Doch kann ihre Liebe am Ende bestehen?
Day und June haben so viel geopfert für die Republik und füreinander. Nun scheint das Land endlich vor einem Neubeginn zu stehen. Doch dann drohen Anschuldigungen einen erneuten Krieg heraufzubeschwören. Um das Leben Tausender Menschen zu retten, soll June nun Day darum bitten, das zu opfern, was ihm am meisten bedeutet…

 

Kurze Inhaltsangabe:

Nachdem Day und June den Mordanschlag auf Anden, den neuen Elektor, verhindern und Day’s Bruder Eden aus den Laboren der Republik befreien konnten, sind viele Monate vergangen. Gerade als die Republik und die Kolonien zu einem Waffenstillstand gelangen, droht ein von der Republik gezüchtetes Virus, das sich in den Kolonien wie ein Lauffeuer ausbreitet, den neu erlangten Frieden zu bedrohen. Die Kolonien fordern ein Heilmittel, das die Republik nicht hat und nur durch weitere Tests an Eden, Patient 0, erarbeitet werden kann. Day jedoch denkt gar nicht daran, seinen Bruder wieder den Ärzten zu überlassen, die sowohl für Edens Blindheit, als auch für seine eigene todbringende Krankheit verantwortlich sind. Anden kann Day nicht zwingen, seinen Bruder auszuhändigen, weil Day als Volksheld gefeiert wird und das Volk im Nullkommanichts gegen den neuen Elektor aufbringen könnte. Also bittet Anden June, seine Princeps-Anwärterin, das Wissen über Days Gefühle zu ihr zu dem Wohle der Republik zu nutzen. Wird der todkranke Day dem Druck des Elektors und des Mädchens, das er liebt, standhalten können? Werden die drei einen anderen Weg finden, ein Heilmittel zu generieren, um einen weiteren Krieg mit den Kolonien zu verhindern? Wird Day seinen Bruder zum Wohle aller opfern müssen? Werden Day und June ihre Vergangenheit hinter sich lassen können?

 

Meine Meinung:

Marie Lu’s Geschichte um Day und June ist eine voller Emotionen inmitten einer Welt politischen Chaos‘ und strategischer Kriegsspielchen. Lu macht deutlich, wie weit verzweifelte Menschen bereit sind zu gehen. Obwohl es moralisch falsch ist, bittet June Day über den Apell des Elektors nachzudenken, seinen Bruder einem Ärzteteam zu überlassen, um möglicherweise, aber nicht sicher, die Bevölkerung vor Krieg und Tod zu bewahren. Ein Heilmittel wird nicht garantiert und Eden könnte bei den Untersuchungen sterben. Auf Day lastet also die Entscheidung über zahllose Menschenleben gegen das seines Bruders.
Ihre eigenen Gefühle zu einander brodeln unter der Oberfläche, halb erstickt durch die Verantwortung die ein jeder von ihnen zu tragen hat, Day als Volksheld, June als Princeps-Anwärterin und Anden, der versucht ein besserer Elektor zu sein, als sein Vater es war, sich jedoch ebenfalls gezwungen sieht, Entscheidungen zu fällen, die ihm nicht gefallen.

Lu baut Spannung vor allem durch Days Krankheit und die ungewisse Zukunft von Day und June auf. Man wünscht sich so sehr, dass beide eines Tages glücklich miteinander sind; dass sie ihre Vergangenheit hinter sich lassen; dass Day June nicht länger unterbewusst für den Mord an seiner Familie verantwortlich macht; dass sie einen sicheren Ort zum Leben finden, sei es nun die Republik selbst oder ein anderes Land (wobei die anderen Länder einem wirklich das Fürchten lehren!). Vor allem in Ross City in der Antarktis sehe ich großes Potenzial als Handlungsort einer weiteren Dystopie.
Keine Dystopie hat bisher eine solche Betonung auf die außenpolitischen Beziehungen gelegt wie es in Legend geschieht. Normalerweise wird die Gesellschaft von innen heraus bekämpft. Day, June und Anden jedoch wissen, dass sie alleine machtlos sind und sich Verbündete von außerhalb suchen müssen. Von daher hebt sich Lu’s Geschichte etwas von anderen ab.

Besonders gut gefallen hat mir das Ende. Ein Friede-Freude-Eierkuchen-Ende hat oft den bitteren Beigeschmack von billigem o8/15-„und dann lebten sie glücklich bis ans Lebensende“. Lu löst das Problem sehr geschickt, in dem sie uns eine vage Vorstellung von dem vermittelt, was kommen könnte, es aber nicht ausspricht. Der eigenen Vorstellungskraft sind also keine Grenzen gesetzt.

Die gesamte Reihe hat mich sehr beeindruckt. Und nachdem das Finale von Joelle Charbonneau’s „Die Auslese“ mich gerade etwas enttäuscht hatte, bin ich von dem Ausgang von Legend umso begeisterter!
5 von 5 Sternen.

 

 

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