Die Farben des Blutes: Gläsernes Schwert

von Victoria Aveyard
Band 1: Die rote Königin
Band 2: Gläsernes Schwert

Gebundene Ausgabe: 576 Seiten
Verlag: Carlsen (01. Juli 2016)
Sprache: Deutsch
Originaltitel: Glass Sword
Aus dem Englischen von: Birgit Schmitz
ISBN: 978-3551583277

 

Klappentext:

gläsernes schwertROT und SILBER
Eine Diebin, eine Prinzessin, eine Rebellin auf der Flucht – innerhalb weniger Wochen hat sich Mares Leben komplett gewandelt. Denn sie ist anders: Trotz ihres „gewöhnlichen“ roten Blutes besitzt sie übernatürliche Silber-Kräfte. Sie ist die Blitzwerferin. Und nur darauf kann sie sich verlassen, das hat sie ihre Zeit am Hof schmerzlich gelehrt.
In einer Welt in Aufruhr, wo Freunde zu Verrätern werden und Liebe sich in Hass verwandelt, kennt Mare nur ein Ziel: die zu finden, die so sind wie sie, rot und silbern. Denn sie könnten alles verändern. Das weiß auch der neue Silber-König, ihr einstiger Vertrauter, und eröffnet die Jagd. Aber schnell wird klar, dass er nur eins will – und zwar um jeden Preis: Mare.

 

Kurze Inhaltsangabe:

Mare und Cal konnten dessen verräterischem Bruder Maven entkommen, der seinen eigenen Vater hat töten lassen, um selbst den Thron zu erklimmen. Die Schuld an seines Vaters Tod schiebt er aber Cal zu, weshalb er und Mare zu den meistgesuchten Personen im Königreich Norta werden. Die Scharlachrote Garde bietet ihnen zunächst Schutz. Mare zumindest, weil ihr Blut rot ist. Cal ist ein Gefangener, aber er ist am Leben und die Scharlachrote Garde ist viel größer und besser vernetzt als Mare es sich hätte träumen lassen. Bald jedoch muss sie die Beweggründe der Anführer hinterfragen: Wollen sie denn auch eine klassenlose Gesellschaft, in der die Farbe des Blutes keine Rolle spielt? Wollen auch sie Maven stürzen für das Wohle aller? Oder wollen sie bloß einen Tyrann vom Thron stoßen, um ihn durch einen anderen zu ersetzen?
Mare sieht sich schon bald gezwungen, einen Krieg an mehreren Fronten zu führen: Sie ist auf der Flucht und versucht verzweifelt ihresgleichen vor Maven und seiner herrschsüchtigen Mutter zu retten, die „Neublüter“, Menschen mit rotem Blut und Silber-Fähigkeiten, als Waffen gegen ihr eigenes Volk einsetzen wollen. Dazu muss sie nicht bloß lernen, sich als Anführerin Respekt zu verschaffen, sondern mit einigen treuen anderen in das wohl bestbewachte Gefängnis Nortas einbrechen, ohne selbst gefangen zu werden. Denn sie wäre in den Händen des Feindes die wohl tödlichste Waffe. Gefange in ihrem Ehrgeiz, alle zu retten und im auflebenden Kampf niemanden zu verlieren, begeht sie fürchterliche Taten, die sie von innen aufzufressen drohen. Wird Mare das Ganze als Mare überstehen oder mutiert sie selbst zu einem der Ungeheuer, die sie mit aller Macht zu bekämpfen sucht?

 

Charaktere:

Mare entwickelt sich in diesem Band sehr viel weiter. Sie ist nicht mehr so naiv wie noch in Band 1, hinterfragt alles und traut niemandem. Sie lernt viel dazu, über andere und über sich selbst. Ob das nun gut oder schlecht ist, bleibt abzuwarten, aber es hilft ihr, am Leben zu bleiben. Wenn auch ihr Leben in diesem Band eher einsam zu sein scheint, trotz der Scharen an Menschen, die ihr folgen.

Cal kann von Einsamkeit ein Lied singen. Von seinem Bruder und dessen Mutter verraten und seines einzigen Elternteils beraubt, von Seinesgleichen verfolgt und ohne Mare absolut schutzlos tut er das einzige, was ihm bleibt: er schließt sich ihr an, obwohl er nicht mit allem einverstanden ist, was sie entscheidet. Er scheint nicht mit, aber auch nicht ohne sie zu können.

Kilorn, Mares Freund aus Kindertagen, gewinnt in diesem Band an Wichtigkeit. Nach anfänglichen Problemen, die einen bitteren Nachgeschmack mit sich ziehen und es einem schwer machen, ihm voll und ganz zu vertrauen, entwickelt er sich doch zu einem ganz korrekten Charakter. Mit ihm erhält auch eine Dreiecksbeziehung Einlass in die Geschichte, wenn auch nur sehr dezent am Rande. Wer eine Liebesgeschichte à la Katniss-Peeta-Gale, oder America-Aspen-Maxon erwartet, der sollte wohl eher zu einem anderen Buch greifen.

Farley wird in Band 2 näher beleuchtet und verwandelt sich von dem rigiden Hauptmann zu einem Charakter mit Gefühl und Verstand. Nicht fehlerfrei, aber liebenswert.

 

Meine Meinung:

Das Buch ist genauso hervorragend und spannend geschrieben, wie bereits Band 1. Aveyard weiß, die Spannung aufrechtzuerhalten. Sie gibt der Geschichte das gewisse Etwas durch genau das richtige Maß an Action und Emotion. Der Leser fiebert, freut sich und leidet mit Mare und verliert sich mit ihr in ihren zunehmend dunkler werdenden Gedanken ohne dass sie einem direkt unsympathisch wird.
Bereits zu Beginn von Band 2 erlebt man einige Twists, die einen daran erinnern, dass in Norta jeder jeden verraten kann und dass Vertrauen nur eine gefährliche Illusion ist. Aveyard weiß, wie sie ihre Leser überraschen kann und sorgt so nie für Langeweile.
Die neuen „Fähigkeiten“, die sie mit den neuen Neublüter-Charakteren vorstellt, sind interessant, spannend, atemberaubend, und „auch kalt und grausam und rasiermesserscharf. Gefährlich.“ (S. 272)
Mare muss Prioritäten setzen, mit denen nicht jeder einverstanden ist. Doch letztendlich kann sie dem Leser nur leidtun, weil sie überhaupt solch schwere Entscheidungen treffen muss. Das Wissen für das Leben und Sterben von so vielen Anderen verantwortlich zu sein, würde jedem zu Schaffen machen und ihre Suche nach sich selbst, die ab und an unter all der tatenreichen Handlung zutagekommt, macht sie authentisch und sympathisch und nach dem fiesen Cliffhanger am Ende, kann ich nur beten, dass sie sich nicht aufgibt, stark bleibt und die Chance bekommt ihren Feinden noch einmal die Stirn zu bieten.

 

5 von 5 Sternen für Band 2.
Bisher eine der besten Reihen, die ich je gelesen habe. Wenn Aveyard sich nun ein überraschendes, spannendes Ende gleich eines Paukenschlags einfallen lässt, bin ich überglücklich! Aber nachdem, was ich bisher gelesen habe, sollte ihr das nicht schwerfallen!

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4 Antworten zu Die Farben des Blutes: Gläsernes Schwert

  1. chaoskingdom schreibt:

    Sehr coole Rezension. Ich lese den Band noch und LIEBE ihn. Ernsthaft. Finde ihn besser als den ersten!

    Gefällt 1 Person

  2. Pingback: Monthly Motivation: August 2016 | weltentzückt?

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