Das ultimative Geschenk für Nicht-Deutsch-Muttersprachler und alle Sprachbegeisterten!!

Oh ja!

Eine amerikanische Bekannte, die vor kurzem endgültig nach Deutschland gezogen ist, feierte am Wochenende ihren Geburtstag. Wie das üblicherweise so ist, kam auch dieser Geburtstag total überraschend (ja gut, sie hat jedes Jahr am gleichen Datum Geburtstag, er steht fett im Kalender und die Einladung liegt seit Wochen auf dem Tisch) und einige Freunde und ich standen 24 Stunden vor der Party noch ohne Geschenk da.

Ihr Verlobter meinte zwar, etwas Geld für ihren Deutschkurs wäre optimal, aber irgendwie ist Geld zum Geburtstag ja doch nie so das Gelbe vom Ei. Also mussten wir hardcore-brainstormen und uns letztendlich selbst die Schulter tätscheln!

Geschenk1

Na, wer errät, wo die Geschenkjagd begann??

Deutschkurs, schön und gut. Selbst wenn sie alle Vokabeln brav konjugieren lernt, wird sie aber immer noch keine Geschichten erzählen können, mit denen wir hier aufgewachsen sind, weil sie sie nicht kennt. Der erste Teil des Geschenks bestand also in *Trommelwirbel* einer Sammlung der Gebrüder Grimm-Märchen. Wir achteten sorgfältig darauf, eine Ausgabe zu erwischen, die nicht bloß Rotkäppchen, Schneewitchen und Rumpelstilzchen enthält, da diese Märchen auch über den deutschsprachigen Raum hinaus sehr bekannt sind. „Frau Holle“ jedoch, „Schneeweißchen und Rosenrot“, „Tischlein, deck dich!“, „König Drosselbart“, und „Der Wolf und die sieben Geißlein“ sagten ihr alle nichts. Könnt ihr euch das vorstellen?

„Ich arme Jungfer zart, ach, hätt‘ ich genommen den König Drosselbart“ lief jeden Abend auf meinem Kassettenrekorder zum Einschlafen. Das oder Bibi Blocksberg.
Und ich kann gar nicht zählen wie viele Male mir meine Großmutter das Märchen von Frau Holle erzählte – ganz ohne Buch, weil sie alle altdeutschen Märchen auswendig kann.

Der Teil des Geschenks kam schonmal sehr gut an, war aber nichs im Vergleich zu Teil 2, der ihr das Leben hier hoffentlich ein wenig erleichtern wird:
Eine Auflistung von Redewendungen, Sprichwörtern und einigen wenigen, essentiellen hessischen Vokabeln!

Geschenk2

A
Abwarten und Tee trinken.
Ach du grüne Neune!
Alle guten Dinge sind 3.
Alle Wege führen nach Rom.
Aller Anfang ist schwer.
Alles in Butter.
Alter Schwede!
Appetit holt man sich woandes, gegessen wird zuhaus!
Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn.
aus dem Nähkästchen plaudern
Aus den Augen, aus dem Sinn.
aus einer Mücke einen Elefanten machen

B
Besser ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.
Betrunkene und Kinder sagen die Wahrheit.
Blut ist dicker als Wasser.

D
Da liegt der Hund begraben!
Das Leben ist kein Ponyhof/Wunschkonzert.
Der erste Eindruck zählt.
Der Esel nennt sich immer zuerst.
Der, die, das, wer, wie was, wieso, weshalb, warum, wer nicht fragt, bleibt dumm!
Der frühe Vogel fängt den Wurm.
Der Klügere gibt nach.
Des Einen Freud‘ ist des anderen Leid.
Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Die Zeit heilt alle Wunden.

E
Eene Meene Miste, es rappelt in der Kiste; Eene Meene Meck, und du bist weg!
Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte.
Ein Unglück kommt selten allein.
Eine Hand wäscht die andere.
Einem geschenkten Gaul, schaut man nicht ins Maul.
Einmal ist keinmal.
Elefant im Porzellanladen
Es ist nicht alles Gold, was glänzt.
Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.
Es zieht wie Hechtsuppe!

F
Fischers Fritze fischt frische Fische, frische Fische fischt Fischers Fritze.
Für jeden Topf gibt es einen passenden Deckel.

G
Gegensätze ziehen sich an.
Gelegenheit macht Diebe.
Geteiltes Leid ist halbes Leid.
Große Klappe, nichts dahinter.
Gut Ding will Weile haben!
Gut gekaut ist halb verdaut.
Guten Freunden gibt man ein Küsschen.

H
Hals- und Beinbruch!
Hand aufs Herz!
Harte Schale, weicher Kern.
Hinter Helmuts Hemdenhaus hängen 100 Hemden raus, 100 Hemden hängen raus hinter Helmuts Hemdenhaus.
Hochmut kommt vor dem Fall.
Hunde, die bellen, beißen nicht.
Hunger ist der beste Koch.

I
In der Kürze liegt die Würze.
In der Not frisst der Teufel Fliegen.
In der Not schmeckt die Wurst auch ohne Brot.
in den sauren Apfel beißen
Jedes Böhnchen gibt ein Tönchen. 😀
Jeder ist seines Glückes Schmied.
jemandem auf den Schlips treten
jemandem etwas aus der Nase ziehen

K
Keine Antwort ist auch eine Antwort.
Kleinvieh macht auch Mist.
Knapp daneben ist auch vorbei.

L
Lachen ist die beste Medizin.
Leben und leben lassen.
Lehrjahre sind keine Herrenjahre.
Lesen gefährdet die Dummheit.
Liebe geht durch den Magen.
Liebe macht blind.
Lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach.

M
Marmor, Stein und Eisen bricht, aber unsere Liebe nicht/aber Omas Plätzchen nicht.
Man beißt nicht die Hand, die einen füttert.
Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben.
Merci, dass es dich gibt!
Messer, Gabel, Schere, Licht, sind für kleine Kinder nicht.
Mitgefangen, mitgehangen.
Morgen, morgen, nur nicht heute, sagen alle faulen Leute.
Morgenstund‘ hat Gold im Mund.

N
Nach den Flitterwochen kommen die Zitterwochen.
Nach „fest“ kommt „ab“.
Neid ist die ehrlichste Form der Anerkennung.
Nicht jeder Schatz besteht aus Silber und Gold.
Nicht lang schnacken, Kopp in‘ Nacken!
Not mach erfinderisch.
Nur ein echter Pirat sticht auch ins rote Meer.Geschenk4

O
Ohne Fleiß kein Preis!
O’zapft is!

P
Pech im Spiel, Glück in der Liebe.
Probieren geht über Studieren.

R
Rache ist süß!
Reden ist Silber, Schweigen ist Gold!
Reisende soll man nicht aufhalten.
Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut.

S
Sauer macht lustig!
Schadenfreude ist die schönste Freude!
Scherben bringen Glück.
schlafen wie ein Stein
Schlafende Hunde soll man nicht wecken.
Schlechten Menschen geht es immer gut.
Schwein haben
Selbst ist die Frau
Spare in der Zeit, so hast du in der Not.
Sport ist Mord!
Stille Wasser sind tief… und dreckig.

T
Träume sind Schäume.
Trocken Brot macht Wangen rot.

U
Übermut tut selten gut!
Übung macht den Meister.
Unkraut vergeht nicht.
Unter jedem Dach ein Ach.
Unverhofft kommt oft.

V
Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr.
Von nichts kommt nichts./Vun nix kütt nix (Kölner Dialekt).

W
Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht.
Was dich nicht umbringt, macht dich stark.
Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen.
Was du nicht willst, das man dir tut, das füge keinem andern zu.
Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.
Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß.
Was lange währt, wird endlich gut.
Was man nicht im Kopf hat, hat man in den Beinen. (!!!)
Was nicht passt, wird passend gemacht.
Was sich liebt, das neckt sich.
Wenn der Kuchen spricht, schweigen die Krümel.
Wenn die Katze aus dem Haus ist, tanzen die Mäuse auf den Tischen.
Wenn Zwei sich streiten, freut sich der Dritte.
Wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein.
Wer die Wahl hat, hat die Qual.
Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen.
Wer nicht hören will, muss fühlen.
Wer Ordnung hält, ist nur zu faul zum Suchen.
Wer später bremst, ist länger schnell.
Wer zuletzt lacht, lacht am besten!
Wie man in den Wald ruft, so schallts auch heraus.
Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

X
Satz mit „X“ – das war wohl nix!

Z
Zu viele Köche verdn den Brei.
Zwei Dumme, ein Gedanke (Chips & Cola!!).

 

Und Last but not Least:
HESSISCH FOR BEGINNERS!

Äbbelwoi                                     Apfelwein
babbeln                                        reden
Bembel                                        Apfelweinkrug
bei Hembels unnerm Sofa      Chaos
Bagaasch                                    Gesindel
beleidischt Lebberworscht     empfindlicher Mensch
dabbisch                                     ungeschickt
Eihorschemaa!                         Jetzt hören Sie mir bitte mal zu!
Ei Gude, wie?                             Hallo, wie geht es Ihnen?
Ebsch Seit                                  Mainz
Mobbelsche                               rundlicher Mensch
Roihesse                                     Rheinhessen
Stinkstibbel                               mürrischer Mensch
verkliggern                                erklären
Zuckerschnecksche                 attraktive Frau

Geschenk3

star hail full??? Yupppp…

So, wenn ihr die Idee auch so gut findet wie wir, dann seid ihr nun gefragt! Welche Sprichwörter und merkwürdigen Redewendungen kennt ihr, die übersetzt gar keinen Sinn machen?! Spricht man bei euch vielleicht einen Dialekt?
Ergänzt die Liste, dann haben wir bald ein tolles Repertoire und ein volleres Geschenkbuch!! 🙂

 

 

LG Lisa

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