Endgame – The Calling

von James Frey

Gebundene Ausgabe: 592 Seiten
Verlag: Oetinger (07. Oktober 2014)
Sprache: Deutsch
Aus dem Englischen von: Felix Darwin
ISBN: 978-3789135224

 endgame

Klappentext:

Als zwölf Meteoriten nahezu gleichzeitig an unterschiedlichen Orten der Erde einschlagen, gibt es keinen Zweifel mehr: Die Zeit ist gekommen! Jeder der Meteoriten überbringt eine Nachricht, die die zwölf Auserwählten entschlüsseln müssen und die sie schließlich an einem geheimnisvollen Ort zusammenführt. Dort stehen sie ihren Gegnern zum ersten Mal gegenüber. Ein Wettkampf auf Leben und Tod beginnt und eine rücksichtslose Jagd um den gesamten Globus. Die Spieler müssen zu allem bereit sein. Wird Arroganz Bescheidenheit schlagen? Klugheit Stärke übertreffen? Wird Gnadenlosigkeit am Ende siegen? Schönheit von Nutzen sein? Muss man ein guter Mensch sein, um zu überleben? Endgame wird es zeigen. Aber nur wer die Hinweise richtig deutet und die drei Schlüssel findet, geht als Gewinner hervor und wird die eigene Linie retten können, wenn die gesamte Menschheit vernichtet wird.

 

Über den Autor:

James Frey, geboren am 12. September 1969, wuchs in Ohio und Michigan auf bevor es ihn in die größeren Städte Chicago und Los Angeles zog. In L.A. verschaffte er sich einen Namen als Drehbuchautor, 2003 katapultierte das als Autobiographie veröffentlichte Werk A Million Little Pieces ihn in die amerikanischen Bestseller-Listen. Das Buch handelt von seinen Jahren als Krimineller, Alkohol- und Drogensüchtiger. Später stellte sich die Autobiographie als ein Roman mit autobiographischen Zügen heraus, weshalb man den Lesern auf Wunsch ihr Geld zurückerstattete. Wenn ihr zu dem größten Skandal in der Literaturgeschichte ein wenig mehr erfahren wollt, schaut euch doch mal den entsprechenden Artikel in der Welt an.
Mit Endgame erlebt Frey nun das Bestseller-Comeback.

 

Charaktere:

kepler 22b ist Teil des Himmelsvolks, der Annunaki, ob Gott oder Alien bleibt zunächst unklar, doch definitiv ein übermenschliches Wesen, das alle Fäden in der Hand hält und die Auserwählten tanzen lässt, wie Marionetten in seinem heftigen Spiel um das Schicksal der Weltbevölkerung. Die Regeln zu diesem Spiel sind einfach: Finde die drei Schlüssel, gewinne und sichere deinem Geschlecht so das Überleben auf der Erde. Die Verlierer und alle Menschen der selben Abstammung werden sterben.

Grund genug für die 12 Auserwählten sich voll in das Spiel zu hängen: den meisten geht es um das eigene Überleben, einige kämpfen für ihre Freunde und Familien.

Sarah Alopay zum Beispiel ist ein Mädchen aus den USA und die cahokanische Spielerin des 233. Geschlechts. Vor Endgame war sie ein fast normales Highschool-Mädchen, das beliebt war und von ihrem Freund, Christopher, verehrt wurde. Fast normal, abgesehen von den harten Endgame-Trainings an den Wochenenden und in den Ferien. Training, das alle Spieler seit ihrer Geburt unabhängig voneinander durchlaufen haben. Sarah Alopay kämpft für Christopher, für ihre Eltern, für ihre Freunde.

Jago Tlaloc stammt aus Südamerika. Seine Eltern, die zu seiner Zeit für Endgame trainiert wurden, sind heute die Köpfe einer ausgewachsenen Verbrecherbande, die der Mafia ähnelt. Er verbündet sich gleich zu Beginn mit Sarah Alopay, weil sie ihm weniger falsch vorkommt als die anderen Spieler und weil sie atemberaubend hübsch ist. Er weiß, er darf sich nicht verlieben, weil nur einer das Spiel gewinnen kann, doch Sarah zieht ihn in ihren Bann…

An Liu ist ein Computer-Nerd aus dem Bilderbuch: Er kann sich einfach überall hineinhacken, jede Firewall knacken. Er hat Spaß am Töten; Chaos und Verzweiflung bringen ihn zum Lächeln. Es lenkt ihn von seinen Ticks ab, seinem Stottern und seinen epileptischen Anfällen, die er hat seit er Denken kann. Bis er Chiyoko begegnet.

Chiyoko Takeda, die chinesische Spielerin, ist eine Mu, in direkter Abstammung des allerersten Geschlechts. Sie ist stumm, stolz und zieht ein Leben in Einsamkeit vor, was ihr viel Zeit zum trainieren lies. Bis sie von An Liu entführt wird, der sich von ihr ein Heilmittel gegen seine Ticks verspricht…

Baitsakhan ist ein Junge von nur 13 Jahren und der vermutlich gefährlichste von allen. Nicht weil er besonders schlau oder gut trainiert wäre, sondern weil er von Grund auf bösartig ist und ihm die Konsequenzen seines Handelns egal sind.

Es gibt noch viele weitere Spieler, insgesamt 12 an der Zahl, von denen im Buch auf einige genauer und auf andere weniger ausführlich eingegangen wird. Ich finde es sehr schön, dass man im Laufe der Geschichte mehr und mehr zu ihren jeweiligen Hintergründen erfährt. Diese kleinen Geschichten machen die Spieler sympathisch, erregen des Lesers Mitleid, lassen ihn Zittern vor Angst oder mit den Augen rollen.

 

Meine Meinung:

Frey nutzt die Multiperspektive, um die Erlebnisse der jeweiligen Spieler möglichst authentisch darzustellen. Er schildert das Geschehen aus der Sicht der Spieler, ohne selbst in die Figuren zu schlüpfen. Mit dem Charakterwandel, ändert sich auch der Schreibstil ein wenig. Manchmal berichtet Frey etwas neutraler, manchmal temperamentvoller oder sogar ordinär. An Lius Ticks werden durch eingeschobene Wörter (blinzel und zuck) realisiert. Das Buch ist durchgehend in kurzen Sätzen geschrieben. Das und die vielen Cliffhanger (meist zu Ende eines Kapitels), machen das Buch durchweg spannend und sichern den guten Lesefluss. So kann man über einige Zahlen oder Auflistungen hinwegsehen, die manchmal wenig Sinn ergeben (z.B. Stundenangaben mit zwei Nachkommastellen).

Zunächst war ich skeptisch, ob man bei so vielen Protagonisten nicht den Überblick verlieren würde. Würde ich überhaupt wissen, wer wer ist?!
Die Sorge war unbegründet! Ich habe das Buch recht flott gelesen, die Geschichte hat mich von Anfang an in ihren Bann gezogen und Frey hat die Spieler so beschrieben, dass man sie stets gut voneinander trennen konnte.

Ich hoffe, dass auch im zweiten und letztlich auch im finalen Band noch mehr auf die Spieler und ihre Beziehungen zueinander eingegangen wird. Wie sie bei Endgame empfinden und was sie selbst darüber denken. Ich freue mich zu sehen, wer bereit ist Opfer zu bringen, um zu gewinnen, und wer sich dafür einsetzen wird Endgame komplett zu stoppen.

 

Frey schuf mit diesem ersten Band der geplanten Trilogie ein Multimediaprojekt, dass über die literarischen Grenzen hinausgeht. Im Buch enthaltene Links führen zu einem Krypto-Rätsel, das der Leser aktiv lösen kann. Die Romanfiguren besitzen Twitter und Facebook-Accounts, was die Fangemeinschaft einheitzt. In dem Artikel der Welt wird Endgame mit Tribute von Panem verglichen und angemerkt, dass das Buch so gehypt wird, um eine Fangemeinde zu bilden ähnlich der Harry Potters oder Star Wars. Ich wage zu bezweifeln, dass es so weit kommen wird. Das Buch war gut. Aber Harry Potter war hervorragend! Ich weiß nicht, ob eine Fangemeinschaft von vorneherein so kalkulierbar geplant werden kann. Aber ich bin definitiv gespannt auf die weiteren Entwicklungen – in der Geschichte selbst und um den Hype. Geplant sind wohl bereits ein Film und eine Serie.
Endgame als Serie  wäre der HAMMER<3

 

Das Buch bekommt nun aber 4 von 5 Sternen.

Und ich weiß, wo ich nach der Arbeit vorbeischauen werde: Hugendubel natürlich, um mir den zweiten Band zu kaufen.

 

 

TEAM SHARI!
TEAM SARAH & JAGO (was die Lovestory angeht)

 

Für wen seid ihr? 😀

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Über weltentzueckt

Bücher. Reisen. Welten entdecken.
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8 Antworten zu Endgame – The Calling

  1. chaoskingdom schreibt:

    Oh Gott.. für welches Team? Ich mochte einige. Band 2 hat mich total aus der Welt geholt… so viele Tote. Echt brutal. Aber ich mag Shari auch sehr gern.

    Gefällt 1 Person

    • weltentzueckt schreibt:

      Ohhh, jetzt freue ich mich noch mehr auf Band 2. Nicht, dass ich es schön finde, wenn Protas sterben, aber die meisten Spieler gehen ja noch davon aus, dass nur einer überleben wird. Von daher hab ich mich schon etwas gewundert, dass es in Band 1 nicht mehr Tote gab. Chiyokos Tod fand ich doof – sie hätte ich gerne kämpfend untergehen (oder überleben) sehen. Der Tod wurde ihr nicht gerecht… Naja.

      Gefällt mir

      • chaoskingdom schreibt:

        Oh Ja Chiyoko fande ich auch echt krass. Wollte es nur nicht schreiben, weil ich nicht mehr wusste in welchem Band das war. Aber An Lui hasse ich.

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      • weltentzueckt schreibt:

        Ich auch. Der war grausam und total eklig!! Nur Baitsakhan kann ich noch weniger leiden, weil hinter seinem Handeln keine verkorkste Kindheit und Erziehung steckt. Zumindest weiß man davon jetzt noch nichts. Vllt denke ich am Ende des zweiten Buches auch anders. Wer weiß…

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  2. Oha, es soll eine Serie geben? Das wäre wirklich der Hammer! Ich kann mir eine Serienadaption gut vorstellen. Im Moment warte ich fieberhaft auf Band 3 🙂 Ich bin gespannt, wie du Band 2 finden wirst!

    Liebe Grüße,
    Anna

    Gefällt 1 Person

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