Black Blade: Das eisige Feuer der Magie

black blade
von Jennifer Estep

Originaltitel: Cold Burn of Magic
Erscheinungsdatum: 05.10.2015
Verlag: ivi
Aus dem Englischen von: Vanessa Lamatsch
ISBN: 3492703283

 

Klappentext:

Willkommen in Cloudburst Falls, dem magischsten Ort in ganz Amerika! Doch wer über keine magischen Fähigkeiten verfügt, ist hier nicht viel wert.

Mein Name ist Lila Merriweather und ich bin sowas wie der weibliche Robin Hood der Stadt. Nur dass bei mir die Armen nichts zurückbekommen. Dank meiner (geheimen!) magischen Talente kann ich so ziemlich alles stehlen, was ich will, und bekomme dafür auch noch eine satte Belohnung. Ich bin jung, selbstständig, frei… Jedenfalls bis ich einen Fehler mache und einem reichen Jungen das Leben rette. Jetzt soll ausgerechnet ich seine Leibwächterin werden. Und irgendwer hat es auf den Kerl abgesehen.

 

 Charaktere:

Zu Lila konnte ich lange keine Verbindung aufbauen. Ein Mädchen, dass auf sich allein gestellt ist, niemanden zum Freund hat und damit glücklich ist? Außerdem ist sie egoistisch und kaltherzig. Keine besonders sympathische Protagonistin.
Im Laufe der Geschichte konnte ich mich dann aber doch ein wenig mit ihr anfreunden und unseren schlechten Start führe ich nun auf Lilas Vergangenheit zurück: Ihre Mutter und einzige Bezugsperson wurde kaltblütig ermordet und Lila kam über diesen Verlust nie hinweg. Sie schirmt sich deshalb von allen ab – um unabhängig und stark zu sein und nie wieder verletzt zu werden.
Das Buch beginnt mit dem Satz: „Aller schlechten Dinge sind drei“ (S. 7) und schließt mit „Manchmal sind auch aller guten Dinge drei“ (S. 353).
Dieser Wandel beschreibt Lilas Entwicklung im Laufe der Geschichte. Sie muss vergeben, vertrauen und Zuneigung empfinden lernen, was ihr größtenteils gelingt. Auch wenn sie nach wie vor mehr auf ihren Kopf hört, als auf ihr Herz. Das Opfer, das sie bringt, macht sie fast sympathisch – hielte sie ihre Distanz zu Devon ihm zuliebe, doch wieder einmal geht es ihr hauptsächlich um sich selbst: „Ich durfte nicht noch tiefer fallen, besonders in Bezug auf Devon, weil ich genau wusste, wie es für mich enden würde – mit einem gebrochenen Herzen“ (S. 349).

Der einzige, der einem Freund am nächsten kommt, ist Mo, ihr Arbeitgeber und Bekannter ihrer Mutter. Mo ist mit einem heranwachsenden Teenager eindeutig überfordert und geht die Sache so falsch an, wie nur möglich. Er ist definitiv nicht perfekt, aber er tut für Lila, was er nur kann. Gerade seine Fehler machen ihn in meinen Augen zu einem authentischen Charakter.

So auch Oscar… Der 15cm große Pixie erinnert mich von der Beschreibung an Wade Kinsella von Hart of Dixie. Ein versoffener  fieser Kerl, der es eigentlich nur gut meint. Sobald man seine Geschichte erfährt, hat man selbst für seinen absurden Alkoholkonsum Verständnis. Leider baut Estep die anderen Charaktere nicht so schön aus.

 

Meine Meinung:

Bei Black Blade handelt es sich um den Start Jennifer Esteps neuer Serie. Nachdem die Mythos Academy-Reihe hoch gelobt wurde, wollte ich Estep eine Chance geben.

Am Anfang tat ich mir mit dem Buch und Esteps Schreibweise sehr schwer. Alles ist flüssig und leicht verständlich geschrieben. Leider gibt es anfangs aber Erklärungen zu hauf, und diese wiederholen sich ständig. – Magier, Monster, Lila ist ein Einzelgänger, die Familien sind gefährlich… Kapiert, verstanden, ist doch mal gut jetzt.
Die verschiedenen Talente, z.B. für besondere Stärke, erweiterte Sicht oder atemberaubende Schnelligkeit, machen die Bewohner von Cloudburst Falls sicherlich zu etwas besonderem, aber keines davon fand ich besonders originell.
Dass es Monster gibt, die bestechlich sind, erfährt man zu Beginn der Geschichte. Sie spielen aber keine Rolle bis zum Climax des Buches. Diese kleine Tatsache stört mich sehr. Dass immer wieder betont wird, dass es Monster gibt, sie allerdings ewig nicht auftauchen. Ein kleiner Zwischenfall mit einem Monster zu Beginn der Geschichte hätte ihre Existenz glaubhafter gemacht.

Die Entwicklung der Geschichte selbst ist sehr vorhersehbar. Schon auf Seite 160 wusste ich, wer hinter den Angriffen auf Devon steckt. Ich hätte mir gewünscht, falsch zu liegen – einfach um einmal in dem gesamten Buch überrascht zu werden. Hätte es nicht Felix sein können? DAS hätte meinen Atem zum Stocken gebracht. Des Angreifers Motiv ist nicht originell, aber es erfüllt seinen Zweck glaubhaft.

Alles in Allem war es eine nette Geschichte. Anfangs befremdlich, nicht immer glaubhaft, aber ich wuchs in die Geschichte hinein. Ich denke, dass ich die Fortsetzung lesen werde, weil der Rahmen noch sehr viel Luft nach oben lässt und ich hoffe, dass dieser erste Band wirklich nur ein Einstieg in die eigentlich viel größere Geschichte sein sollte. Ich würde mir wünschen, dass Estep auch die anderen Charaktere etwas mehr beleuchtet. Wer sind die Draconis wirklich? Warum sind sie, wie sie sind? Besonders Deah, die sich doch von dem Rest der Familie abzuheben scheint. Oder ist das nur ein Spiel, um an die Geheimnisse der Sinclairs zu gelangen? Wer ist Reginald? Poppy?

Ich hoffe das Beste!
Sollte der zweite Band mich wieder nicht umhauen, werde ich mich aber anderen Büchern widmen.

 

Von mir gibt es 3 von 5 Sternen.
Und eine Empfehlung für Mädchen im Alter von 14 bis 17. Als All-Age-Serie, wie Estep sie bezeichnet, sehe ich Black Blade noch nicht.

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