Dark Destiny

von Jennifer Benkau

 

Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
Verlag: script5 (18. März 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN: 3839001455

 

Kurze Inhaltsangabe:

Zum Ende Dark Canopys, dem vorherigen Band, muss Joy die Schmerzensschreie ihres geliebten Neél ertragen, ohne ihm helfen zu können. Und danach folgt nichts als Stille.
Was ist mit ihm geschehen?

Wider Erwarten darf sie ihn nach schier endloser Zeit in seinem Verlies besuchen und ist schockiert. Wie konnte Matthial ihm nur so etwas antun?? Die Beine gebrochen, der Sonne ausgesetzt, sodass seine überempfindliche Haut nur so dahinschmolz.
Joy versucht gar nicht erst, Neél aufzuheitern. Ihm zu sagen, es sei nicht so schlimm, wäre doch nur eine respektlose Lüge. Also bleibt ihr nichts, als ihm Gesellschaft zu leisten bis ihre gemeinsame Zeit um ist.

Joy wird wieder eingesperrt, Neél an einen anderen Clan verkarrt – und stirbt auf der Reise. Als Joy davon erfährt, ist sie tieftraurig, kann das Geschehene nicht verarbeiten und fragt sich, was genau eigentlich passiert ist, denn Matthial scheint ihren Fragen aus dem Weg zu gehen. Eins steht für sie fest: Sie kann nicht in Matthials Clan bleiben. Und so macht sie sich auf, um die Antworten auf ihre Fragen anderweitig zu finden und in der Hoffnung auf eine zweite Chance.

 

Meine Meinung? *Achtung: Spoiler-Alert!

Bis zu dem Punkt, an dem Joy im Mondlicht in der Stadt arbeitet und sich gegen Percents durchsetzt,  in der Hoffnung darauf ihrem gar nicht toten Neél wieder zu begegnen, ist das Buch genauso gut wie auch das erste.
Dass Neél nicht wirklich gestorben ist, fand ich super. Er ist der authentischste Charakter in dieser Dystopie und ich hatte ihn sofort ins Herz geschlossen.
Der Rebellenaufstand in der Stadt ist super spannend – ich konnte das Buch nicht aus den Händen legen. Danach schien das Buch immer mehr an Spannung zu verlieren und zog sich gewaltig bis zum Ende, welches dann aber doch abrupt kam.
Das Ende an sich war vorhersehbar, auch wenn man es sich nicht eingesteht. Dass die beiden getrennter Wege gehen, weil die eine das Sonnenlicht liebt und der andere es nicht erträgt, ist logisch. Man wünscht sich zwar ein Happy End, aber ich finde gerade reelle Ausgänge überraschend und generell „besser“. Das ist aber reine Geschmacksache.

Wie auch immer – das Ende hat dem Buch also nicht geschadet, was war es dann? Denn  dieses Buch konnte meine hohen Erwartungen nach dem ersten Band bei weitem nicht erfüllen.
Die Tatsache, dass sie zu Schiff fliehen – dass Matthial einfach stirbt – dass sie in einer Welt ankommen, die friedlich, aber unglaublich rassistisch ist und die alte einfach zurücklassen, DAS stört mich. Die beiden Kämpfer, Percent und Soldat, würden doch nicht fliehen und ihre Mit“menschen“ einfach ihrem Schicksal überlassen? Für mich eher unglaubwürdig… In dem zweiten Teil des Buches verlieren Joy und Neél sich selbst, die Handlungen werden zu passiv. Der nötige WUMMMS fehlt.

Nun gut, die Geschichte spielt also in einer neuen Welt weiter, einer Welt die zugegebenermaßen Potenzial für ein weiteres Buch geliefert hätte. Menschen und Percents haben sich hier höchstens arrangiert, leben nebeneinander her ohne sich gegenseitig zu erschießen. Doch die Percents sind dem ständigen Rassismus der Menschen ausgesetzt. Hier hätte Benkau anknüpfen und die beiden Kämpfer kämpfen lassen sollen – für eine gemeinsame Welt, nachdem sie es nun doch so weit zusammen geschafft hatten.

Komm schon, Jennifer, bring uns den herbeigesehnten großen Kampf, der ALLES auf den Kopf stellt! Bring uns ein drittes Buch, in dem Joy und Graves die Schatteninseln retten – oder Cloud und Neél zu Hilfe eilen, als sich herausstellt, dass die Gilde der Wölfe ein wahnwitziges Spiel mit den Menschen der „neuen“ Welt spielen… Die ein oder andere Intrige.

 

Allgemein, war es eine gute Dystopie. Nach dem großartigen Auftakt, war der zweite Teil etwas enttäuschend – denn das Gerüst hat so viel mehr Potenzial! Aber Benkau hat flüssig und fesselnd geschrieben, die Charaktere schön ausgebaut, sodass es leicht fiel, sich mit ihnen zu identifizieren, und die Geschichte liefert einige Themen, die eine Auseinandersetzung wert sind: Gegensätze, wie Reichtum und Armut, Stärke und Schwäche (körperlich und geistig), „schwarz“ und „weiß“ oder Dunkelheit und Licht – alias Percents und Menschen – und die Tücken von Verantwortung, an welcher man verzweifelt und die einen dazu treibt, Dinge zu tun, die man nicht tun möchte. Herrlich fand ich auch, als Joy die Lebensform von Tom und Tara kennenlernt und sich bewusst macht, dass sie selbst keine Kritik üben darf. Daran sollten sich viele im wahren Leben ein Beispiel nehmen… Leben und leben lassen.

 

Dark Destiny bekommt von mir 3 von 5 Sternen.
Die Reihe schafft es insgesamt auf 4 von 5.

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Eine Antwort zu Dark Destiny

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