Dark Canopy

 

Eigentlich sollte dieser Post schon am Montag online gehen, aber wie so oft kam das Leben dazwischen und deshalb dürft ihr die Rezi zu Dark Canopy von Jennifer Benkau erst jetzt lesen. Was heißt „erst“ jetzt? Für die erste Woche des neuen Jahres hatte ich dieses Buch gewählt – und mich nach der Empfehlung unseres lieben Schuh6286s auch nicht mehr umentschieden. Entscheidungsfreudigkeit gehört nämlich leider nicht zu meinen ausgeprägtesten Stärken… Danke nochmal an der Stelle 🙂

Dark Canopy also…

 

Gebundene Ausgabe: 524 Seiten
Verlag: script5
Erscheinungsdatum: 01.03.2012
Sprache: Deutsch
ISBN: 9783839001448

 

 

Klappentext:

Die Percents, für den dritten Weltkrieg geschaffene Soldaten, haben die Weltherrschaft übernommen und unterjochen die Menschen. Rebellenclans versuchen, außerhalb des Systems zu überleben. Mit ihnen kämpft die 20-jährige Joy gegen das Gewaltregime. Doch dann fällt sie dem Feind in die Hände und muss feststellen, dass sich auch unter den vermeintlichen Monstern Menschlichkeit findet. Und sogar noch mehr…

 

Kurze Zusammenfassung:

Joy, das „Messermädchen“, und ihre Freundin Amber werden in die Stadt geschickt, um Felle zu tauschen. Ein gefährliches Unterfangen für Rebellen, die jederzeit enttarnt und verhaftet werden könnten – oder schlimmeres. Doch weil der Clan auf sie zählt, möchte Joy den größtmöglichen Tauschwert bei dem Schneider ergattern. Kaum haben sie und Amber jedoch sein Haus betreten, dämmert es den beiden: Dies ist eine Falle! Der Schneider hat sie für Schutz und Sicherheit oder eine gute Verpflegung verkauft!
Sie wagen einen Fluchtversuch, bei dem Amber gefangen wird und Joy nur knapp entrinnt. Von Schuldgefühlen geplagt, schließlich war sie es gewesen, die Amber überredete den Schneider aufzusuchen, plant sie eine Rettungsaktion, die von vorneherein zum Scheitern verurteilt ist.
Einige ihrer Kameraden sterben, andere werden inhaftiert. Joy wird geschnappt und soll als Soldat bei dem alljährlichen Chivy für den Varlet, Neél, einem Percent in Ausbildung, laufen. Das Chivy ist für ihn eine Art Abschlussprüfung, für Joy und ihre Soldatenkameraden ein Himmelfahrtskommando, denn bei dem Chivy handelt es sich um eine Jagd – bei der die Menschensoldaten einen kleinen Vorsprung bekommen und von den Varlets gehetzt werden – bis zur Verhaftung oder bis zum Tod. Joy weiß nicht, was schlimmer wäre. Ein Leben unter solch grausamen Wesen kann schließlich nicht lebenswert sein.
Doch als Neél sie für das Chivy trainiert, lernt sie ihn nach und nach kennen und realisiert, dass auch er nur eine Puppe in diesem fürchterlichen Spiel ist, und dass Grausamkeit auch unter Menschen herrscht.

 

 Charaktere:

Die Liebesgeschichte war absolut vorhersehbar. Und ja, stellenweise kitschig. Aber Neél hat mich von Anfang an gepackt. Er ist brutal, gewalttätig, schroff und das Gegenteil von gesprächig. Zunächst kein besonders liebenswerter Charakter. Doch als Joy endlich auf Amber trifft, realisiert sie, dass sie mit Neél wohl das große Los gezogen hat. Denn ihre Blicke sind noch nicht so leer wie Ambers, ihr Geist noch nicht gebrochen. Neél verkörpert die größte Bedrohung und bietet ihr zeitgleich die größte Sicherheit. Soll sie ihm dankbar sein und sich ihren Gefühlen hingeben? Oder sollte sie jede Chance nutzen, ihn womöglich töten, um zu entkommen?

 

Meine Meinung:

Zuerst hörte sich die Geschichte doch etwas abgedroschen an. Fantasy lese ich wirklich gerne, Science Fiction aber eher weniger. „Percents?!“, dachte ich. „für den dritten Weltkrieg geschaffene Soldaten“??? Und ein Mädchen, dass sie „Messermädchen“ nennen, weil sie gut mit dem Messer umgehen kann? Sehr originell… Aber alles kam anders, als ich dachte, und das Buch erwies sich als außerordentlich gut!

Zwischen Joy und Neél entsteht eine Liebe, von der man weiß, dass sie nicht funktionieren kann. Und gerade das macht sie so besonders. Benkau sorgt immer dann, wenn es droht allzu romantisch zu werden, für das richtige Maß an Action, Horror und Grausamkeit in Form von ekelerregender Ehrlichkeit, die mich immer mal wieder erschreckte, das Buch dadurch aber authentisch und lesenswert machte. Das Ende des Buches war eigentlich keines. Am spannendsten Punkt in diesem ohnehin durchgehend spannenden Buch bricht Benkau die Sache gekonnt ab und lässt uns Leser an einem abartigen Cliffhanger hängen! Zum Glück ist der zweite Band schon erschienen: Dark Destiny. Es steht bereits in dem Regal und wartet auf Klein-Lisa.

Und die freut sich schon wie ein Keks! 🙂

 

4,5 von 5 Sternen.

 

 

*Spoiler-Alert: Für diejenigen, die das Buch noch nicht kennen, aber gerne lesen möchten, ist hier nun Schluss!

 

 

 

 

Mit einem Charakter schien ich so gar nicht warm zu werden: Matthial. Von Anfang an war er mir unsympathisch – wenn ich ihn auch ein wenig verstehen konnte, so hat er doch etwas an sich, dass mich anwidert. Vielleicht kommt es durch seinen Vater, irgendwo muss er diese Art ja her haben… Vielleicht ist es die Tatsache, dass er Joy alles mit sich machen lässt. Vielleicht die Tatsache, dass er für sie wortwörtlich über Leichen geht. Doch am Ende war ich mir sicher: Benkau wollte gar nicht, dass man mit ihm warm wird! Ja, er kann die Percents nicht ausstehen. So wenig wie Joy am Anfang. Und doch traf Joy die Entscheidung einen Percent zu verschonen und wurde verschont. Im Gegensatz zu Joy am Anfang des Buches, weiß Matthial von Neél, dass er einer der Guten ist und ihn vermutlich unbeschadet ließe. Er weiß, dass Joy Neél liebt und foltert ihn dennoch – oder gerade deshalb. Eifersüchtiges, mieses Weichei.

 

Wie siehts bei euch aus? Könnt ihr ihn leiden?

Habt ihr auch das Gefühl, dass er noch eine große Rolle spielen wird, die uns fürchterlich überraschen wird? Da ist noch so viel Potenzial nach oben, dass ich gern dran glauben möchte. Und gleichzeitig kann ich ihn so wenig ausstehen, dass ich hoffe, er möge es sich so RICHTIG mit Joy versauen.

 

Wir dürfen weiter gespannt sein.

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