Bad Liebenstein & Umgebung

Hallo ihr Lieben,
lang lang ist’s her. Wir sind gerade umgezogen und haben noch immer kein Internet. Die Herren der Deutschen Telekom lassen verzweifelt auf sich warten und bescheren mir noch nicht einmal zu Weihnachten eine kleine Freude.

Und doch finde ich Wege, euch zu schreiben. 🙂

 

Zum Geburtstag meines Freundes nutzte ich die Gelegenheit und erwarb einen Hotelgutschein über Groupon für 2 Nächte im Kulturhotel Kaiserhof in Bad Liebenstein im Thüringer Wald.
Der Gutschein beinhaltete außer den 2 Nächten auch Frühstücksbuffets, ein 4-Gänge-Menü, ein Gläschen Sekt und eine Aromaölmassage.

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Das Hotel selbst war fantastisch: Nett eingerichtet, mit wunderschönem Saunabereich mit zwei Saunen, kalten Duschen und einer Kaltwasserwanne, sowie vielen Liegen und heißen Steinen, auf denen man es sich so richtig gut gehen lassen konnte. Wasser mit Limetten oder Traube und Birne stand in Karaffen bereit, Bücher konnte man sich mitbringen oder aus dem Bücherregal im dritten Stock leihen. Das Essen war prima und wir hätten während unseres Aufenthalts sogar die Therme umsonst nutzen können. Dafür blieb uns letztendlich jedoch gar nicht die Zeit.

Wir kamen erst Freitagabends an, studierten die Karte im Hotel, die sich zwar verlockend anhörte und entschieden uns dann doch dafür ein Wirtshaus im Ort aufzusuchen, das wir bei der Anreise entdeckt hatten: Restaurant Alt Liebenstein.
Dort aßen wir zur Vorspeise die beste Kartoffelsuppe, die wir je hatten und anschließend einen üppigen Hauptgang. Herrlich satt und kugelrund gabs dann noch das ein oder andere Verdauungsschnäpschen bevor wir dann weiterzogen in die Hotellobby auf einen letzten Cocktail.

Samstagmorgens klingelte schon recht früh der Wecker, da wir um 9:30 Uhr die Erlebnistour durch das Bergwerk in Merkers mitmachen wollten. Ich empfehle, sich schon vorab telefonisch anzumelden, da das Bergwerk ein sehr beliebtes Ausflugsziel ist. Zurecht!!

Insgesamt ging es 800 Meter tief unter die Erde. Mit jeden 100 Metern stieg die Temperatur um 3 Grad, sodass uns auf dem Rücken eines kolossalen Fahrzeugs im Fahrtwind auch nicht kalt wurde. Mit dem Fahrer und dem glücklichen Beifahrer fanden 32 Personen auf diesen Fahrzeugen platz. Die Bergwerksführer waren super! Charismatisch, witzig und um keinen Spruch verlegen, vermittelten sie uns viel Wissenswertes über die Geschichte und den Abbau des Salzes im Bergwerk. Wusstet ihr, dass in Merkers ein Schatz gelagert wurde? Und dass das Wegenetz unter Tage einer Strecke von München nach Berlin gleicht – einer Strecke von 8 x München-Berlin!!
Abgesehen von dem Salzwerk und der Schatzkammer besichtigten wir ein Museum und eine Salzkristallgrotte, die in verschiedenen Farben beleuchtet wurde und so ein ganz besonderes Schauspiel darstellte. Mit Bildern möchte ich mich hier zurückhalten, um euch das Staunen nicht zu nehmen. Glaubt mir einfach, wenn ich sage: SAGENHAFT!

Unter Tage befinden sich außerdem eine große Konzerthalle, die bei der Erlebnistour durch eine Musik- und Lasershow atemberaubend in Szene gesetzt wurde. Die Akkustik war phenomenal und leider war das Ganze auch schon viel zu schnell wieder vorbei. Ich denke, ich werde zu einem Konzert zurückkehren müssen…
Und neben der Konzerthalle findet man doch tatsächlich einen Hochseilgarten – für die Aktiven und Adrenalinjunkies unter euch. Diese können übrigens auch bei Fahrradtouren unter Tage auf ihre Kosten kommen.
Die aktuellen Eintrittspreise könnt ihr auf http://www.erlebnisbergwerk.de einsehen.

Nach der etwa 3-stündigen Tour ging es dann wieder aufwärts in das ungemütliche Herbstwetter…
Wir kehrten zu unserer Aromaöl-Massage und einem Saunagang zurück ins Hotel und genossen die Mittagsruhe bevor wir einen Spaziergang zur Burgruine Bad Liebenstein antraten.

Der Aufstieg war schnell gemeistert, die Aussicht durch den Nebel etwas eingeschränkt. Aber gerade dieser Nebel tauchte das Tal und die Berge in eine ganz besondere – fast gruselige Atmosphäre.

Wir entschieden uns anschließend für einen Kaffee und ein Stück Kuchen in einem kleinen Café auf der Hauptstraße, hätten jedoch auch noch viel mehr entdecken können. So gibt es einen Platz im Wald, an dem Theaterstücke vorgeführt werden, ein Schloss, in dem Führungen gebucht werden können und einen Tierpark, der Kinderherzen höher schlagen lässt.

Früh abends machten wir uns schick und fanden den für uns reservierten Tisch im Restaurant. Statt des geplanten 4-Gänge-Menüs wurde das Essen in Buffetform aufgetragen und war schmackhaft und reichlich. Dazu einen Wein aus der Heimat – bei dem wir wussten, dass wir nichts falsch machen. 😉
Als wir fertig waren, trudelten die anderen Gäste erst langsam ein. Wir nutzten diese Gelegenheit und machten noch einige Saunagänge in dem nun leeren Saunabereich bevor uns die Müdigkeit endgültig einholte.

Am nächsten Morgen packten wir unsere Sachen und fuhren zur Wartburg, auf der Martin Luther zu seiner Zeit die Bibel übersetzte.

Da wir schon sehr früh dort waren, waren wir fast allein und auch wenn man es auf den Bildern nicht erkennt, lies die Sonne sich mal blicken und schenkte uns einen wunderschönen Morgen voll toller, neuer Eindrücke – oder wiederbelebter Erinnerungen. Wir waren beide bereits zu Schulzeiten auf der Wartburg gewesen, aber die Erinnerung daran war doch sehr verblasst.
Als wir den Heimweg antraten, kamen uns scharenweise Menschen entgegen – die Touri-Busse hatten gerade geparkt. Also mein Tipp an euch – generell IMMER, egal wo ihr seid: Brecht so früh wie möglich auf und genießt es bevor der Rummel richtig losgeht.

Wenn auch nicht weit weg, war es eine wunderschöne Auszeit und ich hoffe, bald noch mehr deutsche Fleckchen zu erobern. Wir haben es hier doch wirklich unverschämt schön!

 

 

 

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