Mangroven- und Urwälder

rund um Koh Kong.

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Koh Kong City. Von einem TukTuk-Fahrer lassen wir uns in ein Guesthouse fahren. Seine Wahl: das Sunny Guesthouse. Es hat saubere Zimmer für $10/Nacht und einen Swimming Pool, den wir letztendlich aber gar nicht nutzen werden. Es ist so schön das Bett zu sehen mit seinen weißen Laken und den kunstvoll geformten Handtüchern. Nach so langer Zeit im Zelt oder Elefantengrasbungalow endlich eine ruhige, tierfreie Nacht auf einer ordentlichen Matratze!

Am Morgen holt man uns überpünktlich zu dem heutigen Tagestrip ab, den wir bei Mr. Rhitty gebucht haben – laut Reiseführer die beste und, soweit wir sagen können, einzige Adresse für Ausflüge in der Stadt.
DSC02010Wir warten noch einige Minuten und als dann alle Angemeldeten anwesend sind, besteigen wir über ein zugemülltes Flussufer ein Boot. Nein, nicht nur hier steht uns der Müll buchstäblich bis zu den Knöcheln. Nach guten 3 Wochen kennen wir den Anblick schon zu gut und trotzdem erschreckt er mich immer wieder. Einsame, verlassene Strände wie bei Lost? Fehlanzeige! Heute gleichen einsame Strände Müllhalden voll angeschwemmter Plastikflaschen, FlipFlops, Tüten, etc. Wir sollten uns glücklich schätzen in Deutschland eine so gute Müllentsorgung genießen zu dürfen… Scheinbar stellen die Unmengen von Plastikmüll andere Länder vor nicht überwindbare Herausforderungen.

Mit insgesamt 20 Leuten fahren wir etwa 2,5 Stunden den Fluss hinab – vorbei an einem Schiffsfriedhof und zahllosen Fischfarmen – und an Mr. Rhitty’s Strandabschnitt auf Koh Kong Island.
Der Sand ist weiß, das Wasser annähernd so klar wie noch auf Koh Rong Samloem. Schnorchel und Taucherbrillen warten bereits auf uns.

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Wir schnappen uns die Ausrüstung und springen ins Wasser – sehen aber leider nichts. Wir planschen und sonnen uns auf Kambodschas größter, fast gänzlich unbewohnter Insel. Die einzigen, die hier gelegentlich leben sind Holzfäller und Soldaten eines kleinen Militärstützpunktes. „Der Grund liegt darin, dass das Meer zwischen der Ostseite und der Küste oft nicht einmal einen Meter tief ist,  wodurch kein Fischfang mit größeren Booten möglich ist. Auch die Westküste, die den Monsunstürmen schutzlos ausgeliefert ist, eignet sich nicht zur Errichtung von Siedlungen.“ (Andreas Neuhauser’s Reise Know-How, S. 335)

Wir genießen also ein Weilchen die Einsamkeit, doch dann packt mich der Tatendrang und ich betrete über einen sehr schmalen Pfad den Urwald. Wo der Pfad mich wohl hinführen wird?
Ein Kreischen und etwas flattert erschrocken auf. Ich erschrecke mich genauso wie das schwarz-weiß-orangene Federvieh und frage mich in diesem Moment, was sonst noch so im Urwald lauert… Etwas unbehaglich geht es weiter und weiter und irgendwann schlägt der Pfad eine Kurve und ich freue mich als ich zwischen den Bäumen das Meer ausmachen kann. Ich erkenne den Strandabschnitt neben Mr. Rhitty’s Bucht wieder. Zurück nehme ich den Weg über die Felsen, die eine Bucht von der anderen trennen.

Hier tummeln sich riesige Krebse, die rasend schnell Unterschlupf suchen, wenn ich mich nähere. Überall blitzt es silbern und blau und hunderte Augenpaare starren mich skeptisch an. Ich fühle mich wie ein Antikörper, wie ein Alien auf einem fremden Planeten…
Ich schaffe es gerade rechtzeitig zum Essen zurück. Unsere Begleiter haben ein unglaubliches Seafood Barbecue vorbereitet. 3 ganze Fische, in Alufolie gegrillt, mehrere Teller mit Hühnchen, Meeresfrüchte, zwei große Platten mit vegetarischem Gemüse, Reis, Baguette. Zum Nachtisch gibt es frische Ananas. Allein das Mittagessen war die $25 pro Person wert.

Auch nach dem Mittagessen werden wir nicht enttäuscht. Wir verlassen die Insel und halten auf dem Weg zurück im Mangroven Reservat Pheam Krasop (26000 ha). Ein etwa ein Kilometer langer Weg auf Betonstelzen führt mitten durch die Wälder, wo das bizarre und ökologisch bedeutsame Wurzelwerk bewundert werden kann. Hier scheint alles zu leben, selbst die Erde gibt schmatzende Geräusche von sich, wenn eine Luftblase platzt und von Schlamm ersetzt wird.

Hinter der Brücke über eine Wasserstraße steht ein Aussichtsturm, der den Blick auf die untergehende Sonne über die im Wasser stehenden Mangrovenwälder freigibt. Für nur $1,10 pro Person ein absolut lohnender Abstecher!
Im Anschluss fährt uns das Boot zurück zum Startpunkt und wir kehren in einem uns empfohlenen Restaurant ein: The Woodhouse. Ein gemütliches, kleines Lokal in einer Seitenstraße zum Wasser. Das Essen ist nicht schlecht, doch Appetit hat eigentlich keiner von uns. Gerade haben wir erfahren, dass unser kleiner Kater Mojo ausgebüchst ist. Das verpasst den schönen Erinnerungen an den Tag natürlich einen Dämpfer, doch keine Sorge, ihr Lieben! Unser kleiner Ausreißer hat nach etwa einer Woche Freiheit wieder zu uns gefunden und liegt momentan an mich gekuschelt und schnurrend auf der Couch. 🙂

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Tag 2 in Koh Kong:
Um 08:30 Uhr werden wir abgeholt. Unser TukTuk fährt noch zwei weitere Hotels an und zu fünft werden wir zu der „Bootsanlegestelle“ gebracht. Wir besteigen das Boot, dass sich mit uns fünf Touristen und den zwei Guides nur schwer über Wasser halten kann. Zwischen Mangroven hindurch fahren wir etwa 1,5 Stunden flussaufwärts in das Kardamom Gebirge. Dort angekommen bekommt jeder einen Bambus Wanderstock und wir starten unseren eintägigen Dschungeltrek mit einem 30-minütigem Aufstieg zu einem tollen Aussichtspunkt. Jutta und Werner, die wir auf dem Ausflug am Vortag kennengelernt haben, sind wieder mit von der Partie und knipsen einige Bilder von Tristan und mir zusammen.

 

 

DSC0218140 Minuten später kommen wir zum „Wasserfall“. Ein kleines Rinnsal plätschert noch, sonst ist das Flussbett trocken. „2 hour break. Time for lunch and swimming,“ sagt der Guide. Ich muss fast lachen. Ist das sein Ernst? Aber dann nimmt er Anlauf und springt voller Elan in das kleine Wasserbecken, das sich durch das RInnsal zwischen den Felsen gebildet hat. Begeistert springen wir hinterher. Da ich nicht steheDSC02224n kann, frage ich wie tief das Wasser hier ist. „5 to 6 meters“ – Oha! Das hätte nun wirklich niemand gedacht. Abgekühlt genießen wir unser Lunchpaket und schauen uns ein wenig um.

Wunderschöne Schmetterlinge flattern umher in allen erdenklichen Farben. An einer Stelle finden wir hunderte an einem Fleck. Doch ehe wir ein schönes Bild knipsen können, sind sie schon auseinander gestoben.

Nach 1,5 Stunden brechen wir vorzeitig auf – zum Glück! Denn später legen wir eine zweite Pause an einem anderen Teil des Flusses ein. Hier lassen wir uns von Putzerfischen die Füße und Beine reinigen. Ganz umsonst. Sie fressen tote Hautschuppen und kitzeln uns dabei ganz fürchterlich. Ich muss so laut lachen, dass ich mit meinem Gelächter alle anderen anstecke. 🙂
Als wir dann das letzte Stück des Treks wagen, wird der Dschungel wieder etwas weniger dicht. Bambus und hohe Bäume, Lianen und Wurzeln werden von hohem Gras und Schilf ersetzt. Nach 15 Minuten erreichen wir das Boot und fahren zurück nach Koh Kong City.
$20 hat uns der Spaß gekostet… und einige Moskitostiche.

Am Abend gehen wir extra früh zu Fat Sam’s, um auf jeden Fall noch einen Tisch zu bekommen. Schnitzel mit Kartoffelbrei!! Welch schöne Art sich langsam wieder auf Deutschland einzustellen. Aber es ist so reichlich, dass ich mir ein ganzes der beiden Schnitzel für den nächsten Tag einpacken lassen muss. Wir organisieren uns noch Bustickets zurück nach Siem Reap für den nächsten Tag und schlendern dann wieder zurück zu unserem Guesthouse.

Last night in Koh Kong, then off we go to Siem Reap. In nur zwei Tagen geht unser Flieger nach Hause. Welch wundervolles Abenteuer!!

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