Zwischenstopp: Sihanouk Ville

  • meeting Khmer cops…

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Von Koh Rong Samloem fahren wir mit der Fähre zurück nach Sihanouk Ville und bleiben dort erst einmal 2 Tage. Wir haben Glück an einem Samstag da zu sein. Samstags findet eine Art Hippie-Festival oder -Markt oder -Get-Together statt ( <www.facebook.com/otres.market> ). An einem kleinen See sind Stände und Buden aufgebaut und es wird viel Selbstgemachtes verkauft: Von Schmuck über Kleidung im Batikstil zu haufenweise Cocktails und Essen – Burger, BBQ, Waffeln, Spacecookies. Sogar einen Tättowierer gibt es hier. Aber man muss ja nicht jedes Angebot nutzen…
Wir schauen uns alles in Ruhe an und stellen uns dann vor die kleine Bühne, auf der gerade eine Theresa performt. Ihre Musik gefällt mir so gut, dass ich mich mitreißen lasse und zunächst gar nicht merke, wie die anderen Menschen vor Schreck erstarren: eine Tarantel krabbelt munter durch die Menge. Doch es dauert keine 2 Minuten, da hat man sie gefangen und weggebracht… hoffentlich nicht in die nächste Pfanne!
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Als Theresa fertig ist, kaufe ich mir ihre CD für $5 und wir fahren zurück in unsere kleine Bungalow-Anlage „Little Moorea“ am Otres Beach (von $12 auf $10/Nacht heruntergehandelt – Ventilator/Moskitonetz/shared Shower).
Sihanouk Ville hat einige Strände. Dieser liegt 3km vom Zentrum entfernt und bleibt so von partywütigen Touris verschont. Trotzdem ist das Angebot an Restaurants und Bars enorm. Wir machen uns frisch und suchen uns eine kleine Bar, die uns mit einem kleinen Dessert verwöhnen kann. Ein Blick in die Karte verrät uns mehr, als wir wissen wollen: hier gibt es nicht nur leckeres Essen. Nein, die Karte preist auch Pilzshakes an und „add wheat grass to your shake for $2,50. Wheat grass strengthens mind and body“, lesen wir. Nunja, Sihanouk Ville ist schließlich auch bekannt als Party-Hochburg. Unsere Pfannkuchen mit Nutella schmecken auf jeden Fall sehr gut und bald machen wir uns pappsatt und müde auf den Weg zurück.

Und dann der Schrecken. Als wir in unserem Bungalow ankommen, schleicht ein gigantischer Käfer unter das Bett… Er sieht aus wie eine Kakerlake – mit Flügeln! Der Barkeeper gibt uns gnädigerweise ein Insektenspray und meint, die Käfer, die in den Wänden des Elefantengrasbungalows leben, kämen nur nachts heraus und würden stets an den Wänden bleiben. Wie auch immer – ich habe ständig das Gefühl, etwas würde an mir krabbeln und obwohl es unendlich heiß ist, bin ich zugedeckt bis unters Kinn. Kaum erwähnenswert, dass ich in dieser Nacht kein Auge zubekomme…

Am nächsten Morgen springen wir ersteinmal ins Wasser. Der Strand ist nicht so schön wie auf Koh Rong Samloem, aber es ist schwül genug, dass uns das herzlich wenig ausmacht.

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An diesem Tag leihen wir uns noch einen Roller und fahren damit zum Markt in einer großen Halle. Hier ist es heiß und stickig. Ich entdecke Hühner und denke, die Leute betreiben Viehhandel… Bis ich mit ansehen muss, wie ein Huhn gepackt und getötet wird. Bald wird es wohl gerupft einige Tische weiter liegen… Entsetzt sehe ich wie den Hühnern im Akkord der Garaus gemacht wird. Natürlich weiß ich, dass irgendwer irgendwo die Hühner schlachten muss bevor sie in der Pfanne und auf meinem Teller landen, aber hier?! Mitten am Tag? In einer dreckigen Halle? Wo es gefühlte 50° sind? Und dann rennen überall Kinder herum und müssen so etwas mit ansehen? Das ist das wahre, unverblümte Leben.

Mir wird bewusst, was die Menschen von mir halten müssen, weil ich sie noch immer unentwegt anstarre und eile hinaus.
Auf der Rückfahrt werden wir im Kreisel von einer Polizeikontrolle herausgewunken. Wir, und alle anderen Touristen auch. Einheimische dürfen problemlos passieren.
Ganz eindeutig eine Abzocke, aber was sollen wir dagegen tun… Wir sind tagsüber mit Licht gefahren und haben keinen internationalen Führerschein bei uns (als ob man den in einem Land bräuchte, in dem es keine Verkehrsregeln gibt…). Der Polizist stellt sich freundlich und senkt die Strafe von $20 auf $15. Erst später erzählt Tristan mir, dass sein Brustbeutel -angeblich- auf Drogen durchsucht wurde. Die Polizisten wollten nur wissen, wie viel Geld er bei sich trägt und wie viel sie ihm ohne schlechtes Gewissen abknüpfen können. Diese Schlawiner… Zu dumm, dass wir kurz davor erst bei der Bank waren.
An dieser gleichen Stelle werden wir noch am selben Tag ein zweites Mal herausgewunken. Doch diesmal reicht es mir. Ich reiße die Hände nach oben und rufe „we have already been checked!!“ und siehe da, der Polizist winkt uns freundlich weiter. Na, Gott sei Dank!
Als wir den Roller abgeben, ist die Dame vom Verleih empört. Wir hätten den Herren in blauer Uniform nicht mehr als 2000 Riel ($0,50) zahlen sollen! Ähm… Hallo? Wenn ein kambodschanischer Polizist $15 von mir möchte, dann zahle ich ihm diese bescheuerten $15 bevor ich irgendwo in einer Zelle lande und nie wieder Schokolade essen und Frappuccinos trinken kann! Sie lacht. Ja, die meisten Europäer würden sich zu schnell einschüchtern lassen. Die Russen seien die Einzigen, die es richtig machen – einfach böse gucken und weiterfahren.Ich kann es mir lebhaft vorstellen – nichts für Ungut! 😀

An diesem Abend falle ich in unser Bett wie ein Stein und kaum haben wir das Moskitonetz hinter uns doppelt und dreifach mit Haargummis fixiert, schlafe ich auch schon ein. Ich bin so kaputt, dass ich selbst das Knistern und Rascheln der Käfer drinnen und Quieken der Ratten draußen nicht mehr mitbekomme.

Morgen geht es weiter – Richtung Norden. Koh Kong, Kambodscha’s größte, noch gänzlich unbewohnte Insel, wartet auf uns. Also, wenn ihr wissen wollt, wie wir Koh Kong empfunden haben, dann bleibt schön dran und lest den nächsten Beitrag. 🙂

Eure Lisa
-xoxo

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3 Antworten zu Zwischenstopp: Sihanouk Ville

  1. Johnny Flash schreibt:

    tolles Bild ganz oben!

    Gefällt mir

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