Doktor, Doktor…

An unserem dritten Tag in Kampot wollten wir ursprünglich die Höhlen in den Karsthügeln der näheren Umgebung auskundschaften, denn laut Reiseführer stößt man bei den spannenden Höhlenexpeditionen „immer wieder auf einstige menschliche Behausungen sowie buddhistische Heiligtümer. Ein Shiva-Tempel aus dem 6. Jhdt., eine kulturhistorische Sensation, ist Beweis dafür, dass die Höhlen schon vor mehr als 1500 Jahren von Menschen genutzt wurden.“ (Andreas Neuhauser, Kambodscha – Handbuch für individuelles Entdecken. Reise KnowHow, S. 293)

Da der Reiseführer aber Taschenlampe, feste Schuhe und Insektenspray empfiehlt und einem außerdem nahelegt sich bei Expeditionen, die tiefer in die Höhlen gehen, stets von einem Einheimischen begleiten zu lassen, und mein Fuß auf das dreifache seiner normalen Größe angeschwollen ist, müssen wir diesen Tag leider abwechselnd bei Ärzten und im Guest House absitzen. Meine Erfahrungen mit Ärzten/Medikamenten/Impfungen? Lest selbst…

Abwechselnd bei Ärzten und im Guest House, denn mit einem Arztbesuch ist es hier leider nicht getan:

Der erste Arzt, den ich aufsuche, ist gerade außer Haus, hört sich per Telefon an, was passiert ist und sagt seiner Frau, sie solle mir Antibiotika verkaufen. Antibiotika, weil ich umgeknickt bin??! Nein, danke.
Wir fahren also ins Krankenhaus. Wir betreten das Gebäude und finden es leer und verlassen vor. Nach einigen Minuten findet Tristan eine Dame, deren Augen sich vor Schreck weiten als sie meinen Fuß sieht. Sie bringt uns – vorbei an wartenden Einheimischen – in ein Zimmer voller Ärzte, die mich alle anstarren wie Autos. Verunsichert erkläre ich ihnen, weshalb ich hier bin. Der eine nickt und sagt schließlich „Okay, it’s lunchtime now. Come back at 2 o’clock!“ Echt jetzt?? Im Krankenhaus?!
Also auf zum dritten Arzt. Hier treffe ich zumindest einen Herrn im weißen Kittel an und werde untersucht. Seine Diagnose: der Knöchel ist verstaucht. Nicht gehen, nicht laufen, nicht schwimmen – nichts tun. Für mindestens eine Woche. Dazu gibt er mir Pillen, die die Schwellung mindern sollen und einen Verband, der eindeutig für dünne asiatische Beinchen gemacht ist und mir wohl noch nicht einmal in normalem Zustand passt – geschweige denn mit verstauchtem, geschwollenem Knöchel…
Nichtstun und diesen viel zu engen Verband tragen kommt im Urlaub nicht in Frage. Also nehme ich brav die Tabletten, lege das Bein nachts immer hoch und versuche möglichst vorsichtig zu sein, den Knöchel wenig zu belasten, bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu kühlen und einfach die Zähne zusammenzubeißen.

Ich empfehle euch beim Packen der Reiseapotheke folgendes nicht zu vergessen:

Imodium (oder etwas anderes für den Magen) x 2
Ja, wenn ihr denkt, ihr habt genug, dann packt noch einmal eine Packung drauf!
entzündungshemmende Mittel
Schmerzmittel
Aspirin
jede Menge Taschentücher (nein, nicht für die Nase :))
eigene Spritzen (z.B. von eurem Hausarzt oder Globetrotter)
Standby Malaria-Prophylaxe
Verbandszeug
Desinfektionsmittel
ausreichend gute deutsche Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor!

Moskitospray müsst ihr eigentlich keines mitnehmen… Das asiatische Spray Off! ist sehr aggressiv und ihr könnt es überall erwerben ($5-$8).

Vor unserer Reise haben wir uns in der Reisepraxis des Globetrotters in Frankfurt gegen folgendes impfen lassen:
bitte denkt rechtzeitig an die Impfungen. Für die Tollwutimpfung bekommt man nämlich zum Beispiel ganze drei Dosen, die gestaffelt verabreicht werden.

Tollwut
Hepatitis A + B (für alle, die noch nicht bereits gegen B geimpft sind, empfiehlt sich die Twinrix)
Japanische Enzephalitis
DTP (Diphterie, Tetanus, Keuchhusten – Auffrischung)
Typhus

Ein norwegischer Arzt, den wir auf unserer Reise trafen, sagte uns, die Impfungen seien alle gar nicht nötig. Es sei nur Geldmacherei… Überall wo wir Touristen uns aufhalten, müsse man sich keine Gedanken machen.
Aber ich wollte, dass der Urlaub mein Leben bereichert, nicht beendet. Von daher bereue ich die Impfungen nicht. Wichtig ist, dass ihr vorher absichert, ob die Versicherung die Impfungen übernimmt oder nicht und eben gegebenenfalls zu einer anderen wechselt! Dadurch könnt ihr sehr viel Geld sparen!

Hoffe, all das war von Nutzen.
Eure Lisa

Advertisements

Über weltentzueckt

Bücher. Reisen. Welten entdecken.
Dieser Beitrag wurde unter ABENTEUER KAMBODSCHA abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s