Kampot & Kep

Wir fahren von Kratie nach Kampot, einer Stadt geprägt von wunderschönen Bauten aus der französischen Kolonialzeit. Eine lange Busfahrt ($15) und ein Zwischenstopp in Phnom Peng, wo wir einige Stunden Zeit haben ehe wir den Bus wechseln, liegt zwischen uns und unserem Ziel. Gerade genug Zeit um uns vom TukTuk an die Riverside in ein Lokal namens Savaran bringen zu lassen und einen Papayasalat mit Shrimps zu essen. Eine gute Wahl, aber für alle, die genau wie ich noch nie zuvor Papayasalat gegessen haben: Er ist scharf! Sehr scharf!!!

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Kampot also: Wir kommen abends an – es ist schon eine ganze Weile dunkel – und haben das erste Mal seit Banlung keinen Ansprechpartner. Also bitten wir einen TukTuk-Fahrer, uns in ein „Guest House made of concrete“ zu bringen, das uns maximal $10 am Tag kosten soll. Mit dem „Fruit Garden“ trifft er eine sehr gute Wahl! Das Guest House wird zurzeit von einer Französin geführt und ein Deutscher, der während seiner Reise hier hängen geblieben ist, gehört zum Team. Es wundert mich nicht, dass er sich für diesen Spot entschieden hat:

11136687_10204943578726932_9169329294008767047_nDas Fruit Garden hat einen sehr netten kleinen Garten mit Bar, eingebettet in Grün mitten in der Stadt – eine richtige kleine Oase zum Energie tanken. Obst hängt von den Lampen, Hängematten sind rundherum angebracht und stellen die günstigsten Schlafmöglichkeiten dar (tagsüber kann man natürlich auch einfach so darin vor sich hin lümmeln). Wer günstiger als wir, aber doch in DSC_0646einem Zimmer, wohnen möchte, wird hier auch fündig. Es gibt ein zweites Haus, das hölzern und mit Moskitonetzen ausgestattet ist (wegen der kleinen Mitbewohner, die es nunmal in jedem Holzhaus gibt). Ich meine mich daran zu erinnern, dass diese Zimmer kein fließendes Wasser haben. Aber falls ihr mal in der Gegend sein solltet, könnt ihr euch die Zimmer auch einfach anschauen. Unser Zimmer ist komplett gefliest, verfügt über wahlweise Ventilator oder Klima-Anlage und ist sauber.

Wir trinken noch einige Gin Tonics für $2,50 und fallen dann erschöpft von der langen Reise in unsere Betten.

Tag 1: Bokor National Park-Krebsmarkt-Strand

An unserem ersten Morgen in Kampot schlafen wir zunächst richtig aus, frühstücken ordentlich und machen uns auf den Weg in die Stadt, um einen Roller zu mieten. Am Straßenrand verkaufen Bauern Schweinebabys und Hühner und allerlei Getier. Langweilig wird es hier echt nie! Nahe des Kreisels werden wir fündig: $5 kostet der Roller für den Tag.
Und dann geht es los – Bokor National Park ist leicht zu finden, aber nicht leicht zu erreichen. Er liegt auf einem Hochplateau am 1080m hohen Phnom Popok im Elefantengebirge.

der Zugang zum Bokor National Park

der Zugang zum Bokor National Park

11013490_10205139207057518_6405610345726381841_nDie Straße ist toll! Komplett neu! Aber sie zieht sich und der Sprit geht uns schnell aus. Einmal müssen wir nachtanken bevor wir den Gipfel überhaupt erreichen – und Tankstellen gibt es keine. Wir kaufen also den Sprit am Straßenrand – abgefüllt in Plastikflaschen. Bitte, bitte, lass den Motor das aushalten!! Als der Tank sich dann zum zweiten Mal leert, beschließen wir den Roller gegen einen anderen einzutauschen. Die Wasserfälle können wir deshalb nicht mehr sehen, aber die Eindrücke, die wir auf dem Weg und der Hill Station gewinnen, werden wir nie mehr vergessen: Abwechselnd ist es kalt und dann wieder bullenheiß. Die Sonne ballert, doch der Gipfel des Berges versinkt in Wolken. Im Fahrtwind merkt keiner von uns, dass Tristan 10426526_10205139207217522_3906199554327037177_nverbrennt bis es zu spät ist. Seine Arme sind fleckenweise kohlrabenschwarz.

Wir besuchen das einst prunkvolle Casino „Bokor Palace“, das im Krieg von den roten Khmer zerstört wurde und seither verwittert. Von hier oben hat man eine phenomenale Aussicht, selbst das Meer lässt sich hinter 10408913_10205139206737510_3079658380536677719_nden Wolken ausmachen. Außerdem kann man eine alte Kirche, eine Teefarm und eine alte Pagode besuchen.
Ruhe, Einsamkeit, Idylle? Leider nicht. Das Luxushotel, Bungalowanlagen (beides noch in Bau) und das 2012 eröffnete chinesische Casino locken Scharen von reichen Khmer, Vietnamesen und Chinesen an, die in Luxuslimousinen und Reisebussen den Berg erklimmen.
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Und doch hat der Trip sich für nur 2000 Riel pro Person (und $4 Sprit) wirklich rentiert!

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11018776_10205139207817537_6685860021822677937_nDSC01772Am Nachmittag fahren wir mit unserem neuen, rosa (!!) Roller nach Kep, das etwa 23km östlich von Kampot liegt.

Zunächst führt uns der Hunger auf den Krebsmarkt. Der Markt… Wow!
Gebratener Fisch am Stock soweit das Auge reicht, roher Fisch auf Eis, noch quicklebendiger  Fisch in Körben voller Wasser…
Aber auch haufenweise Pfeffer, für den Kampot so bekannt ist, und andere Dinge gibt es hier.

 

11150533_10205139208057543_2313784085743631993_nIch entscheide mich für die sagenumwobenen Krebse, Tristan isst gegrillten Fisch. Wir sind beide begeistert: es schmeckt köstlich! Leider sind die Krebse so fürchterlich umständlich zu knacken und schaffen es deshalb nicht in meine Küche…
Aber heute genießen wir das Essen, in einem kleinen Restaurant direkt am Wasser. Wir könnten uns einfach vom Stuhl ins Meer plumpsen lassen, doch die einzigen, die man hier im Wasser ausmachen kann, sind Fischer und Einheimische, die Krebse fangen. Baden geht man hier nicht.

Also hüpfen wir auf unseren rosa Flitzer und folgen der Straße etwa 5 Minuten zu einem Badestrand. Es sind gar nicht so viele Leute hier, gott sei dank! Denn der Strand ist nur etwa 200 Meter lang, Liegestühle oder Schatten gibt es nicht.
Ein schwedisches Mädchen erklärt sich bereit einige Minuten auf unsere Sachen aufzupassen, also schieben wir die Bedenken in die hinterste Ecke unseres Hirns und widmen uns dem Wasser. Gute 30 Meter kann man hineinlaufen – wir baden und planschen und blödeln herum, die ein oder andere Matschkugel trifft ihr Ziel. Doch irgendwann müssen wir auch wieder zurück, um den Roller abzugeben.
Auf dem Rückweg sehen wir sie am Straßenrand: eine riesige Affenbande! SCHÖN SCHÖN SCHÖN! Die Sonne scheint, der Fahrtwind bläst uns ins Gesicht und ich bin einfach nur glücklich, die Gelegenheit wahrgenommen zu haben. Ich denke, dass auch Tristan nach anfänglicher Enttäuschung zufrieden ist, so haben seine Augen doch geleuchtet als er mit den Wellen auf- und abhüpfte.

Am Kampot River finden wir das Restaurant Rikitikitavi, das in unserem Reiseführer erwähnt wird und wollen es testen. Wir haben Glück! Es ist gerade Happy Hour. 2 Cocktails zum Preis von einem und die sind echt lecker! Ebenso unser Fish Amok. Und das Eis zum Nachtisch…
Wir sehen uns den Sonnenuntergang und die springenden Fische an und beobachten das Treiben auf der Straße. Dann, endlich, geben wir den Roller ab und gehen schlafen.

Tag 2: Koh Tonsai (Rabbit Island)

7:30Uhr: Good morning, Kampot! Heute fahren wir von Kep aus mit dem Boot auf die kleine Insel Koh Tonsai, die auch Rabbit Island genannt wird. 25 Minuten braucht das Boot und kostet uns $7 pro Person. Das Wasser ist flach und klar, der Sandstrand weiß, es ist ruhig.
11210434_10205139210417602_2610416555092334021_n Einige Leute liegen in Hängematten oder sonnen sich auf den unzähligen Holzliegen. Es gibt einige Bungalowanlagen direkt am Wasser, die eine Übernachtung – auch unangekündigt – für etwa $15 möglich machen – Holzbungalows mit Moskitonetzen und Strom bis 22 Uhr.
Wir wollen erst einmal die Strände erkunden und laufen zu dem kleinen, verlassenen Sandstreifen, den wir vom Boot aus gesehen hatten. Hier ist keine Menschenseele, aber schwimmen gehen können wir nicht, weil die Fischer der rund 15 hier ansässigen Fischerfamilien ihre Netze und Holzpflöcke im Wasser errichtet haben. Also schlendern wir zurück. Ich bin langsam, meinem Fuß geht es leider noch immer nicht besser. Aber aufgemuntert werde ich ungemein, als ich einen Stand entdecke, der Taucherbrillen und Schnorchel verkauft!! Für überteuerte $10 erwerben wir je ein Set. Das macht sich sogleich bezahlt. Spektakulär ist die Unterwasserwelt zwar nicht, aber die Brille erspart mir den Tritt in eines der zahlreichen Seeigelchen.
Nach dem Baden, legen wir uns in die Sonne. Ich trage mein Jeanshemd, weil der Wind sehr kühl ist. Später an diesem Tag werde ich eine lustige Entdeckung machen… Eine Ecke des Hemdes wurde vom Wind nach oben geweht und die Sonne hat ein verrücktes Muster auf meinem Bauch hinterlassen.

Aber jetzt genieße ich das Rascheln der Blätter und das Rauschen des Meeres…

Und dann kommen die Chinesen und die Ruhe hat ein Ende! Sie sind laut, rücksichtslos und hinterlassen überall Müll. Und ja, das lässt sich so einfach verallgemeinern.

Um 16 Uhr nehmen wir ein Boot zurück, finden einen TukTuk-Fahrer, der uns für $10 nach Kampot bringt (man bedenke: es ist eine Strecke von knapp 25km!). Und dann machen wir uns auf die Suche nach dem Rusty Key Hole, das uns bereits Tage zuvor empfohlen wurde.
Es liegt direkt am Kampot River und – leckerschmecker – es hat viel zu bieten! Tristan entscheidet sich für die zwei mal ausgezeichneten Rippchen mit Kartoffelbrei, ich nehme den Sunday Roast: Roasted Pork, Brokkoli, Erbsen, Karotten, Kartoffelbrei, Kartoffeln, Yorkshire Pudding, Biskuits (Top Preis/Leistungsverhältnis!!)… Dazu einen Jug Bier und dann rollen wir zurück in unser Guest House.

Noch kein Fernweh? Na, dann schaut euch doch auch mal meine anderen Beiträge an. 😉

Eure Lisa – xoxo

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