The Absolutely True Diary of a Part-Time Indian

Sherman Alexie’s Roman The Absolutely True Diary of a Part-Time Indian sollte in JEDEM Englischunterricht gelesen werden. Ich begegnete dem Roman leider erst während meines Studiums, schrieb meine Bachelorarbeit unter anderem darüber und bin auch heute noch von dem Buch begeistert.

Taschenbuch: 229 Seiten
Verlag: Andersen (05. Juni 2008)
Sprache: Englisch
Illustriert von: Ellen Forney
ISBN-10: 1842708449

Deutscher Titel: Das absolut wahre Tagebuch eines Halbzeit-Indianers
Übersetzt von: Gerald Jung und Katharina Orgaß
Taschenbuch: 272 Seiten
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (01. Oktober 2011)
ISBN-10: 3423782595

 

 

Der Autor:

The Diary weist biographische Züge auf, so wuchs der 1966 geborene Sherman Alexie selbst im Spokane Indian Reservat in Wellpinit, Washington auf. Er wechselte im Laufe seiner Schullaufbahn an eine „weiße“ Schule in Reardan, um seine Möglichkeiten zu verbessern und machte schließlich seinen Abschluss an der Washington State Universität. Er ist bekannt für seine Werke „The Business of Fancydancing“ (1992), „The Lone Ranger and Tonto Fist Fight in Heaven“ (1993), „Reservation Blues“ (1995), den Film „Smoke Signals“ (1998) und natürlich für den hier vorgestellten Bildungsroman „The Absolutely True Diary of a Part-Time Indian“ (2007), das unter anderem den U.S. National Book Award for Young People’s Literature gewann. Seine Werke beschäftigen sich meist mit dem Leben im Reservat heute und beinhalten Themen wie Armut, Rassismus, Demütigung, Alkoholismus, Verlust, Gewalt, Wut, aber eben auch den Kampf ums Überleben, Hoffnung und Vorstellungskraft.

 

Kurze Zusammenfassung:

Der angesprochene Bildungsroman startete also als eine Art Biographie mit fiktiven Zusätzen. Der Protagonist, Arnold Junior, wurde wie auch der Autor mit der Krankheit Hydrocephalus geboren, auch bekannt als Wasserkopf. Der arme Arnold muss sich außerdem mit einer enormen Sehschwäche, einem extra Set Zähne, epileptischen Anfällen und einem Haufen schlaglustiger Klassenkameraden herumplagen. Er lebt bei seinen Eltern, die ihre Träume vor langer Zeit aufgegeben haben. Die Armut lässt sie verzweifeln und sie suchen Trost im Alkohol. Trotzdem lieben sie Arnold und unterstützen ihn, wo sie nur können. Als Arnold erkennt, dass die Schule im Reservat ihm keine guten Zukunftschancen bieten kann – muss er doch tatsächlich mit dem selben Mathebuch auskommen, das seiner Mutter bereits das Einmaleins gelehrt hat – entscheidet er sich dafür, auf die „weiße“ Schule außerhalb des Reservats zu wechseln.

Seine Mitschüler können die Entscheidung nicht nachvollziehen. Sie fühlen sich verraten, denken, Arnold fühle sich als etwas Besseres und setzen ihm noch schlimmer zu als noch zuvor. Als einziger Indianer an der Reardan High School (abgesehen von dem Maskottchen), hat er es auch dort nicht einfach. Wenn sein Vater kann, fährt er ihn gern zur Schule. Oft fehlt es aber auch einfach an Sprit; manchmal ist genügend Sprit im Tank, aber das Auto startet nicht;oder das Auto bleibt auf halber Strecke liegen; manchmal fährt Arnold’s Mutter ihn, weil sein Vater zu betrunken ist vom Vorabend im Casino. Er erfindet mitleiderregende Geschichten, warum er ein mitgebrachtes Lunchpaket isst und kein Geld für die Cantine hat, weshalb er in einem uralten Anzug auf dem Schulball erscheint, etc. etc. Um alles in der Welt sucht er zu verhindern, dass seine neuen Mitschüler in ihm den armen, mitleiderregenden Indianer sehen, der er nunmal ist…

Gefangen zwischen zwei Welten, versucht Arnold seinen Weg zu gehen und seine eigene transkulturelle Identität zu finden.

 

Zitate:

The Black-Eye-of-the-Month Club

I was born with water on the brain.
Okay, so that’s not exactly true. I was actually born with too much cerebral spinal fluid inside my skull. But cerebral spinal fluid is just the doctor’s fancy way of saying brain grease. And brain grease works inside the lobes like car grease works inside an engine. It keeps things running smooth and fast. But weirdo me, I was born with too much grease inside my skull, and it got all thick and muddy and disgusting, and it only mucked up the works. My thinking and breathing and living engine slowed down and flooded.
My brain was drowning in grease.
But that makes the whole thing sound weirdo and funny, like my brain was a giant French fry, so it seems more serious and poetic and accurate to say, „I was born with water on the brain.“
Okay, so maybe that’s not a very serious way to say it, either. Maybe the whole thing is weird and funny.
But jeez, did my mother and father and big sister and grandma and cousins and aunts and uncles think it was funny when the doctors cut open my little skull and sucked out all that extra water with some tiny vacuum?
I was only six months old and I was supposed to croak during the surgery. And even if I somehow survived the mini-Hoover, I was supposed to suffer serious brain damage during the procedure and live the rest of my life as a vegetable.
Well, I obviously survived the surgery. I wouldn’t be writing this if I didn’t, but I have all sorts of physical problems that are directly the result of my brain damage.
First of all, I ended up having forty-two teeth. The typical human has thirty-two, right? But I had forty-two.
Ten more than usual.
Ten more than normal.
Ten teeth past human.
My teeth got so crowded that I could barely close my mouth. I went to Indian Health Service to get some teeth pulled so I could eat normally, not like some slobbering vulture. But the Indian Health Service funded major dental work only once a year, so I had to have all ten extra teeth pulled in one day.
And what’s more, our white dentist believed that Indians only felt half as much pain as white people did, so he only gave us half the Novocain.
What a bastard, huh?

Ausschnitt aus Alexie, Sherman. The Absolutely True Diary of a Part-Time Indian. Cornelsen Verlag, Berlin: 2009. Seite 5-6.

„I used to think the world was broken down by tribes,“ I said. „By black and white. By Indian and white. But I know that isn’t true. The world is only broken into two tribes: The people who are assholes and the people who are not.“

Alexie, Sherman. The Absolutely True Diary of a Part-Time Indian. Cornelsen Verlag, Berlin: 2009. Seite 161.

 

Meine Meinung:

Mit Comic-Einlagen und lustigen kleinen Zeichnungen adressiert der Roman ernstzunehmende Themen auf unbeschwerte Weise und führt auch die sehr Jungen unter euch an transkulturelle Herausforderungen heran. Er handelt von Herausforderungen, denen sich in Reservaten aufwachsende Jugendliche tagtäglich stellen müssen. Die Mehrheit der US-Amerikanischen Bevölkerung verschließt sich gegenüber der angesprochenen Probleme, um sich nicht damit auseinandersetzen zu müssen, dass sie auch heute noch aktuell sind.
Auf selbstironische, humorvolle Weise präsentiert uns Alexie das Leben des „Neuzeit-Indianers“.

 

5 von 5 Sternen.

Ernsthaft, Leute! Lest dieses Buch!! 🙂

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3 Antworten zu The Absolutely True Diary of a Part-Time Indian

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